Owen Binks vor Darts WM: Nachfolger von George Noble

Owen Binks vor Darts WM 2027: „George Noble kann man nicht ersetzen“
Owen Binks steht vor dem größten Auftritt seiner bisherigen Karriere. Der 27-jährige Engländer gehört seit Anfang 2026 zum festen Schiedsrichterteam der PDC und wird bei der kommenden Darts WM erstmals als Bühnen-Schiedsrichter im Alexandra Palace eingesetzt. In einem neuen Interview sprach er offen über seine Nervosität, den enormen Druck und die Herausforderung, in die Fußstapfen von George Noble zu treten.
Für Binks erfüllt sich damit ein Kindheitstraum. Während andere junge Dartsfans davon träumten, eines Tages selbst Weltmeister zu werden, wollte er schon früh mit dem Mikrofon auf der Bühne stehen und die Ergebnisse ansagen.
Owen Binks tritt in die Fußstapfen von George Noble
George Noble gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Schiedsrichtern des professionellen Dartsports. Nach dem Finale der Darts WM 2026 beendete er seine Tätigkeit als PDC-Bühnenschiedsrichter.
Seinen Platz im festen Team übernahm Owen Binks. Gemeinsam mit Kirk Bevins, Huw Ware und Charlie Corstorphine ist er nun für die Leitung wichtiger PDC-Begegnungen zuständig.
Im Interview mit The Sporting News bezeichnete Binks seinen Vorgänger als den besten Darts-Schiedsrichter aller Zeiten.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass er Noble nicht kopieren möchte. Er wolle seinen eigenen Stil entwickeln und sich mit seiner Persönlichkeit auf der Bühne etablieren.
Der Engländer rechnet bei seinem ersten WM-Einsatz mit großer Nervosität. Schließlich werden bei einer Weltmeisterschaft selbst kleine Fehler von Millionen Zuschauern wahrgenommen.
Besonders die Verantwortung bei entscheidenden Würfen und emotionalen Momenten verlangt volle Konzentration.
Vom jungen Dartsfan zum PDC-Schiedsrichter
Der Weg auf die große Bühne begann für Binks schon als Kind.
Im Alter von etwa zehn Jahren verfolgte er regelmäßig die Darts-Weltmeisterschaft im Fernsehen. Anders als die meisten Zuschauer konzentrierte er sich jedoch nicht ausschließlich auf die Spieler.
Ihn faszinierten besonders die Zahlen und die Arbeit der Schiedsrichter.
Er versuchte, die geworfenen Punkte schneller auszurechnen als die Offiziellen auf der Bühne. Gleichzeitig lernte er typische Kombinationen und mögliche Checkout-Wege kennen.
Mit 17 Jahren kontaktierte er schließlich Kirk Bevins, der bereits als PDC-Schiedsrichter tätig war.
Bevins gab ihm wichtige Ratschläge zum Einstieg in den Sport. Zunächst übernahm Binks Aufgaben als Marker, bevor er bei Turnieren der Challenge Tour und ProTour weitere Erfahrungen sammelte.
Später arbeitete er auch als Spotter bei Fernsehübertragungen.
In dieser Funktion beobachtet er die Spieler, berechnet mögliche Würfe und unterstützt die Regie dabei, rechtzeitig die richtige Kameraperspektive auszuwählen.
Diese Erfahrungen bildeten die Grundlage für seinen Wechsel ins feste PDC-Schiedsrichterteam.
Gian van Veens 9-Darter wird zum unvergesslichen Erlebnis
Einen der emotionalsten Momente seiner jungen Karriere erlebte Binks bereits im Februar 2026.
Bei den Poland Darts Open durfte er das Finale zwischen Luke Littler und Gian van Veen als Schiedsrichter begleiten.
Im fünften Leg gelang Van Veen ein perfekter 9-Darter. Nach zwei aufeinanderfolgenden 180ern checkte der Niederländer 141 Punkte und brachte die Arena in Krakau zum Jubeln.
Für Binks war dieser Moment etwas Besonderes.
Zwar hatte er zuvor bereits zahlreiche perfekte Legs als Marker begleitet, doch diesmal musste er den entscheidenden Checkout selbst auf der Bühne ansagen.
Der Engländer erinnerte sich im Interview daran, wie stark sein Puls nach dem siebten und achten Dart gestiegen sei.
Trotz der außergewöhnlichen Atmosphäre musste er professionell bleiben und den historischen Moment korrekt begleiten.
Littler gewann das Finale anschließend mit 8:4. Für Binks blieb vor allem der 9-Darter ein unvergessliches Erlebnis.
Warum der Druck auf Darts-Schiedsrichter so groß ist
Die Arbeit eines PDC-Schiedsrichters wird häufig unterschätzt.
Während sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die Spieler richtet, müssen die Offiziellen jede Aufnahme korrekt berechnen und die Ergebnisse unmittelbar ansagen.
Hinzu kommen die Kontrolle der Spielabläufe, die Ansage möglicher Checkouts und der Umgang mit einer teilweise sehr lautstarken Arena.
Binks sieht einen deutlichen Unterschied zwischen seiner früheren Arbeit als Spotter und seiner neuen Rolle.
Bei der Fernsehproduktion arbeitet er überwiegend im Hintergrund. Fehler fallen den Zuschauern dort nicht unmittelbar auf.
Auf der Bühne ist das anders. Jede Ansage ist hörbar und kann sofort überprüft werden.
Gerade bei der Darts WM im Alexandra Palace wird diese Verantwortung besonders groß sein.
Binks möchte sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen. Für ihn überwiegt die Freude darüber, seinen Traumberuf ausüben zu dürfen.
Darts WM 2027: Binks träumt bereits von einem WM-Finale
Die kommende PDC-Weltmeisterschaft wird für Owen Binks der nächste große Meilenstein.
Nachdem er 2026 bereits bei mehreren bedeutenden Turnieren Erfahrungen als Bühnen-Schiedsrichter gesammelt hat, folgt nun der erste WM-Einsatz in dieser Funktion.
Dabei hat der Engländer ein klares langfristiges Ziel: Er möchte eines Tages das Finale einer PDC-Weltmeisterschaft leiten.
Dass dieser Traum nicht sofort in Erfüllung gehen muss, ist ihm bewusst. Zunächst möchte er sich im festen Schiedsrichterteam etablieren und weitere Erfahrungen sammeln.
Mit Kirk Bevins, Huw Ware und Charlie Corstorphine stehen ihm erfahrene Kollegen zur Seite.
Auch die Leistungen von George Noble und Russ Bray bleiben für ihn wichtige Vorbilder.
Ob Binks eines Tages selbst zu den bekanntesten Stimmen des Dartsports gehören wird, lässt sich noch nicht sagen.
Sein Weg vom jungen Zuschauer, der vor dem Fernseher Ergebnisse mitrechnete, zum Schiedsrichter auf den größten PDC-Bühnen ist jedoch schon jetzt eine bemerkenswerte Geschichte.








