Michael van Gerwen über Phil Taylor: Sechs 180er in Folge

Michael van Gerwen über Phil Taylor: „Sechs 180er in Folge“ zeigen, wie außergewöhnlich The Power war
Michael van Gerwen hat an eine Trainingserfahrung mit Phil Taylor erinnert, die selbst für einen Spieler seiner Klasse außergewöhnlich war. Der Niederländer erzählte von einer Session, in der er beobachtete, wie Taylor im Training sechs 180er hintereinander warf.
Für Van Gerwen ist diese Szene ein Beispiel dafür, warum Taylor über so viele Jahre eine Sonderstellung im Darts hatte. Es ging nicht nur um Talent oder die großen TV-Titel, sondern vor allem um die Fähigkeit, selbst im Training über längere Zeit ein Niveau zu produzieren, das für andere Spieler kaum erreichbar war.
Van Gerwen erlebt Taylor aus nächster Nähe
Die Karriere von Michael van Gerwen überschnitt sich mit der letzten großen Phase von Phil Taylor.
Als Van Gerwen endgültig zur Weltspitze aufstieg, war Taylor noch immer der Spieler, an dem sich jeder messen musste. Der Engländer hatte den professionellen Darts-Sport über Jahrzehnte geprägt und insgesamt 16 Weltmeistertitel gewonnen.
Van Gerwen gehörte schließlich zu jener Generation, die Taylors Dominanz ernsthaft durchbrechen konnte.
Gerade deshalb haben seine Erinnerungen an gemeinsame Trainingseinheiten besonderes Gewicht. Van Gerwen selbst ist für extremes Scoring bekannt und spielte in seiner besten Phase regelmäßig Averages, die andere Profis kaum erreichen konnten.
Trotzdem blieb ihm Taylors Trainingsniveau offenbar im Gedächtnis.
Sechs 180er hintereinander im Training
Die Geschichte klingt selbst für professionelle Verhältnisse außergewöhnlich.
Van Gerwen erinnerte sich daran, wie Phil Taylor während einer Trainingseinheit sechs Maximums nacheinander produzierte. Das bedeutet 18 perfekte Darts auf das Triple 20 ohne einen einzigen Ausreißer.
Natürlich ist Training nicht mit einem TV-Match vergleichbar. Es gibt kein Publikum, keine Kameras und keinen Gegner, der auf Fehler wartet.
Gerade darin liegt aber der interessante Punkt.
Taylor behandelte offenbar auch Trainingseinheiten mit einer Intensität, die erklären hilft, warum er über einen so langen Zeitraum erfolgreich blieb. Für ihn war ein außergewöhnliches Niveau nicht etwas, das nur auf der großen Bühne abgerufen werden sollte.
Es wurde im Training aufgebaut.
Warum Phil Taylor für Van Gerwen der Maßstab war
Zwischen Taylor und Van Gerwen entwickelte sich später eine der wichtigsten Rivalitäten einer Übergangsphase im modernen PDC Darts.
Taylor war der etablierte Superstar. Van Gerwen wurde zum jüngeren Herausforderer, der mit extremem Tempo, aggressivem Scoring und hohen Averages eine neue Ära einleitete.
Die beiden trafen in zahlreichen großen Matches aufeinander.
Van Gerwen gelang es schließlich, Taylor regelmäßig zu schlagen und selbst die Nummer eins der Welt zu werden. Trotzdem hat der Niederländer nie bestritten, welchen Einfluss Taylors Standard auf die Konkurrenz hatte.
Wer den besten Spieler schlagen wollte, musste sein eigenes Niveau erhöhen.
Genau diese Wirkung hatte Taylor über Jahre auf eine komplette Generation.
Michael van Gerwen kennt selbst außergewöhnliche Scoring-Serien
Dass ausgerechnet Michael van Gerwen Darts von einer solchen Trainingsserie beeindruckt war, macht die Geschichte besonders bemerkenswert.
MVG gehört selbst zu den größten Scorern der Darts-Geschichte. Seine besten Jahre waren geprägt von enorm schnellen Aufnahmen, hohen Averages und Phasen, in denen Triple 20 beinahe selbstverständlich wirkte.
Deshalb weiß Van Gerwen besser als fast jeder andere, wie schwierig es ist, eine 180 nicht nur einmal, sondern mehrfach hintereinander zu produzieren.
Sechs Maximums in Folge sind selbst ohne Matchdruck keine gewöhnliche Trainingsserie.
Zwei Spieler, die unterschiedliche Darts-Epochen geprägt haben
Heute stehen Phil Taylor und Michael van Gerwen für zwei unterschiedliche Phasen der modernen PDC.
Taylor setzte über viele Jahre den Maßstab und sammelte eine Titelsammlung, die bis heute unerreicht ist. Van Gerwen übernahm später die Rolle des dominierenden Spielers und prägte seinerseits über Jahre die Spitze der Weltrangliste.
Gerade deshalb ist die kleine Trainingsgeschichte mehr als nur eine kuriose Anekdote.
Sie zeigt, welchen Eindruck Taylor selbst auf einen Spieler hinterlassen konnte, der später selbst zu einem der größten Namen der Sportart wurde.
Und vielleicht erklärt sie auch einen Teil seines Erfolgs: Phil Taylor wollte nicht nur auf der Bühne besser sein als seine Gegner.
Er trainierte so, als müsse er es jeden Tag beweisen.








