Phil Taylor: Karriere, 16 WM Titel, Rekorde und Spielerprofil

Phil Taylor im Profil: Karriere, Rekorde und die unglaubliche Geschichte von „The Power“
Kaum ein Name ist so eng mit der Geschichte des modernen Darts verbunden wie Phil Taylor. Über mehr als drei Jahrzehnte dominierte der Engländer seinen Sport in einem Ausmaß, das bis heute unerreicht ist. 16 Weltmeistertitel, 16 Siege beim World Matchplay, elf World Grand Prix Titel und zahlreiche weitere Major Trophäen machten „The Power“ zum erfolgreichsten Dartspieler seiner Generation.
Taylor gewann nicht nur viel. Er veränderte auch die Maßstäbe dafür, welches Niveau im professionellen Darts überhaupt möglich war. Dreistellige Averages wurden unter ihm zur Erwartung, perfekte Legs zu großen TV Momenten und das professionelle Training zu einem entscheidenden Faktor auf dem Weg an die Weltspitze.
Nach seinem Abschied von der PDC Tour Anfang 2018 kehrte Taylor später noch einmal auf die Seniorenbühne zurück. Eigentlich sollte 2024 endgültig Schluss sein. Doch selbst diese Geschichte bekommt noch ein weiteres Kapitel: Im November 2026 will der inzwischen 66-Jährige gemeinsam mit Adrian Lewis beim MODUS Super Series International Pairs Tournament wieder antreten.
Mehr als drei Jahrzehnte nach seinem ersten WM Titel steht Phil Taylor damit noch immer im Mittelpunkt der Dartswelt.
Phil Taylor im Überblick
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Philip Douglas Taylor |
| Bekannt als | Phil Taylor |
| Spitzname | The Power |
| Geburtsdatum | 13. August 1960 |
| Geburtsort | Stoke-on-Trent, England |
| Nationalität | England |
| Wurfhand | Rechts |
| Darts | 26 Gramm Target Signature |
| Walk-on-Song | „The Power“ von Snap! |
| BDO | 1987 bis 1993 |
| PDC | 1993 bis 2018 |
| Weltmeistertitel | 16 |
| BDO Weltmeister | 1990, 1992 |
| PDC Weltmeister | 14 Titel |
| World Matchplay | 16 Titel |
| World Grand Prix | 11 Titel |
| Premier League | 6 Titel |
| Grand Slam of Darts | 6 Titel |
| UK Open | 5 Titel |
| European Championship | 4 Titel |
| World Cup of Darts | 4 Titel mit Adrian Lewis |
| Höchster TV Average | 118,66 |
| Professionelle Turniersiege | 214 |
Die wichtigsten Erfolge von Phil Taylor
| Jahr | Turnier oder Meilenstein | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2026 | MODUS International Pairs | Comeback mit Adrian Lewis angekündigt |
| 2018 | PDC World Championship | Finale |
| 2017 | World Matchplay | Sieger |
| 2013 | PDC World Championship | 16. WM Titel |
| 2010 | Premier League | Sieger, zwei Neun-Darter im Finale |
| 2010 | PDC World Championship | Sieger |
| 2009 | PDC World Championship | Sieger |
| 2006 | PDC World Championship | Sieger |
| 2005 | PDC World Championship | Sieger |
| 2004 | PDC World Championship | Sieger |
| 2002 | PDC World Championship | Achter WM Titel in Folge |
| 1995 | PDC World Championship | Erster PDC WM Titel |
| 1992 | BDO World Championship | Sieger |
| 1990 | BDO World Championship | Erster WM Titel |
Comeback 2026: Phil Taylor kehrt noch einmal ans Board zurück
Eigentlich schien die aktive Geschichte von Phil Taylor abgeschlossen.
Nach seinem Rückzug aus der PDC im Januar 2018 trat „The Power“ später noch auf der World Seniors Darts Tour an. Gesundheitliche Probleme, insbesondere an der Hüfte, machten längere Turniertage jedoch zunehmend schwierig.
Taylor kündigte schließlich an, seine Wettkampfkarriere endgültig zu beenden.
Im Herbst 2026 folgte die überraschende Kehrtwende.
Taylor wird gemeinsam mit Adrian Lewis beim MODUS Super Series International Pairs Tournament in Portsmouth antreten. Das Turnier findet vom 23. bis 28. November statt.
Eine dauerhafte Rückkehr in den professionellen PDC Kalender ist damit nicht verbunden. Für Taylor ist vor allem der gemeinsame Auftritt mit Lewis entscheidend.
Die beiden verbindet eine lange Geschichte. Lewis stammt ebenfalls aus Stoke-on-Trent und galt während seiner frühen Karriere als einer von Taylors Protegés. Später wurden beide Weltmeister und bildeten eines der erfolgreichsten Nationalteams im Darts.
Gemeinsam gewannen sie viermal den World Cup of Darts für England.
Taylor selbst hat bereits deutlich gemacht, dass die alte Form nicht einfach auf Knopfdruck zurückkehrt. Der Ehrgeiz ist trotzdem geblieben.
Genau das passt zu seiner Karriere.
Das Ende der PDC Karriere gegen Rob Cross
Seinen Abschied von der regulären PDC Bühne hatte Phil Taylor bereits lange vorher angekündigt.
Die PDC Darts WM 2018 sollte sein letztes großes Turnier werden.
Ausgerechnet dort spielte sich der damals 57-Jährige noch einmal bis ins Finale.
Taylor bezwang unter anderem Gary Anderson und Jamie Lewis und erreichte zum 21. Mal in seiner Karriere ein WM Endspiel.
Im Finale wartete Rob Cross.
Der Engländer spielte damals seine erste Saison mit einer PDC Tour Card und hatte im Halbfinale Michael van Gerwen in einem dramatischen Match ausgeschaltet.
Cross gewann das Finale mit 7:2 nach Sätzen.
Taylor verpasste damit den perfekten Abschied, doch der Finaleinzug selbst zeigte noch einmal seine außergewöhnliche Langlebigkeit.
Fast 28 Jahre nach seinem ersten Weltmeistertitel spielte er immer noch um die wichtigste Trophäe im Darts.
2017: Ein letzter Triumph beim World Matchplay
Seinen letzten großen PDC Titel hatte Taylor wenige Monate vorher gewonnen.
Beim World Matchplay 2017 in Blackpool zeigte er noch einmal jene Form, mit der er das Turnier über zwei Jahrzehnte geprägt hatte.
Taylor erreichte das Finale und schlug dort Peter Wright mit 18:8.
Es war sein 16. World Matchplay Titel.
Diese Bilanz ist einer der beeindruckendsten Rekorde in seiner gesamten Karriere.
Zwischen 1995 und 2017 gewann Taylor das Turnier 16 Mal. Zeitweise schien Blackpool für ihn beinahe ein zweites Zuhause zu sein.
Der Pokal des World Matchplay trägt heute seinen Namen.
Der 16. WM Titel im Jahr 2013
Der letzte Phil Taylor WM Titel kam 2013.
Taylor war damals bereits 52 Jahre alt und hatte mehrere jüngere Konkurrenten vor sich.
Im Finale traf er auf Michael van Gerwen, der gerade dabei war, zur neuen dominierenden Kraft im PDC Darts zu werden.
Van Gerwen führte das Endspiel zwischenzeitlich mit 4:2 nach Sätzen.
Taylor reagierte.
„The Power“ gewann die folgenden fünf Sätze und drehte das Finale zum 7:4.
Es war sein 16. Weltmeistertitel insgesamt und sein 14. innerhalb der PDC.
Bis heute hat kein anderer Dartspieler eine vergleichbare WM Bilanz erreicht.
Acht Weltmeisterschaften in Folge
Die vielleicht eindrucksvollste Phase seiner Karriere begann 1995.
Taylor gewann die PDC World Championship in:
1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001 und 2002.
Acht WM Titel in Folge.
In dieser Zeit war Taylor über lange Strecken praktisch unschlagbar.
Andere Weltklassespieler konnten einzelne Turniere gewinnen oder Taylor an guten Tagen unter Druck setzen. Über die langen Formate der Weltmeisterschaft fand jedoch kaum jemand eine Antwort.
Er dominierte mit aggressivem Scoring, außergewöhnlicher Doppelquote und einer mentalen Stärke, die besonders in großen Finals sichtbar wurde.
Erst John Part beendete die Serie.
Im WM Finale 2003 setzte sich der Kanadier nach einem der großen Klassiker der Darts Geschichte mit 7:6 durch.
Taylor reagierte auf seine Weise.
2004 wurde er wieder Weltmeister.
2005 erneut.
2006 erneut.
Von der BDO zur Gründung der PDC
Taylor gehörte auch zu den Spielern, die den professionellen Dartsport strukturell veränderten.
Anfang der 1990er Jahre herrschte große Unzufriedenheit unter den führenden Profis. Die Zahl großer TV Turniere war zurückgegangen und mehrere Spitzenspieler wollten eine professionellere Zukunft schaffen.
Taylor gehörte zur Gruppe der Spieler, die sich von der damaligen BDO Struktur lösten.
Aus dieser Bewegung entstand der World Darts Council, aus dem später die Professional Darts Corporation hervorging.
Taylor war damit nicht nur einer der größten Spieler der PDC Geschichte.
Er gehörte zu ihrer Gründungsgeneration.
Die ersten beiden Weltmeistertitel
Bevor Taylor die PDC dominierte, hatte er bereits die BDO Weltmeisterschaft gewonnen.
1990 trat er im WM Finale gegen Eric Bristow an.
Bristow war zu diesem Zeitpunkt fünffacher Weltmeister und der Mann, der Taylor entscheidend auf seinem Weg zum Profi unterstützt hatte.
Doch im Finale gab es keine Sentimentalität.
Taylor gewann deutlich mit 6:1 und wurde erstmals Weltmeister.
1992 folgte der zweite Titel.
Im Finale traf Taylor auf Mike Gregory. Dieses Mal entwickelte sich ein deutlich engeres Match, das Taylor mit 6:5 nach Sätzen gewann.
Damit hatte er bereits zwei Weltmeisterschaften gewonnen, bevor die große PDC Ära überhaupt begann.
Eric Bristow und der Weg zum Profi
Die Geschichte von Phil Taylor wäre ohne Eric Bristow kaum denkbar.
Taylor wuchs in Stoke-on-Trent auf und arbeitete unter anderem in der lokalen Industrie. Darts spielte er zunächst neben seinem normalen Berufsleben.
Sein Talent blieb jedoch nicht unentdeckt.
Bristow erkannte, welches Potenzial in ihm steckte, und unterstützte Taylor finanziell. Dadurch konnte dieser mehr Zeit in Training und Turniere investieren.
Es entwickelte sich eine der bekanntesten Mentor Schüler Geschichten des Sports.
Der Schüler übertraf später sämtliche Titelrekorde seines Mentors.
Taylor selbst vergaß jedoch nie, welche Rolle Bristow für den Beginn seiner professionellen Karriere gespielt hatte.
16 Titel beim World Matchplay
Wenn die 16 Weltmeisterschaften Taylors bekanntester Rekord sind, folgt das World Matchplay unmittelbar dahinter.
Auch dieses Major gewann Taylor 16 Mal.
Seine Titel kamen 1995, 1997, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2006, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014 und 2017.
Besonders bemerkenswert war seine Serie zwischen 2008 und 2014.
Sieben Jahre nacheinander gewann Taylor das Turnier.
Die Kombination aus langem Leg Format, hoher Konzentration und konstantem Scoring passte perfekt zu seinem Spiel.
Elf World Grand Prix Titel
Auch das besondere Double In Format des World Grand Prix beherrschte Taylor wie kaum ein anderer.
Elfmal gewann er das Turnier.
Sein erster Titel kam 1998, der letzte 2013.
Damit dominierte er gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche Anforderungen.
Beim normalen 501 musste Taylor lediglich über ein Doppel beenden. Beim World Grand Prix musste jedes Leg zusätzlich mit einem Doppel begonnen werden.
Dass Taylor auch dieses Format über Jahre kontrollierte, zeigt die Qualität seines Doppelspiels.
Premier League, Grand Slam und UK Open
Taylors Major Sammlung beschränkte sich längst nicht auf WM, Matchplay und Grand Prix.
Die Premier League gewann er sechsmal.
Beim Grand Slam of Darts holte er ebenfalls sechs Titel.
Dazu kommen fünf Siege bei den UK Open und vier Titel bei der European Championship.
Über viele Jahre gab es kaum einen relevanten PDC Wettbewerb, den Phil Taylor nicht mehrfach gewonnen hatte.
Seine Karrierebilanz wird mit 214 professionellen Turniersiegen geführt.
Davon entfällt ein außergewöhnlich großer Teil auf Major Wettbewerbe.
Phil Taylor und der 9 Darter
Auch beim Thema perfektes Leg nimmt Taylor einen besonderen Platz in der Darts Geschichte ein.
Der Suchbegriff Phil Taylor 9 Darter führt zu einigen der bekanntesten TV Momente seiner Karriere.
2002 spielte Taylor beim World Matchplay gegen Chris Mason seinen ersten im PDC Fernsehen übertragenen Neun-Darter.
Doch selbst dieses Kunststück wurde später noch übertroffen.
Zwei Neun-Darter in einem Match
Am 24. Mai 2010 schrieb Taylor im Premier League Finale gegen James Wade Geschichte.
Er spielte nicht nur einen perfekten Neun-Darter.
Er spielte zwei im selben Match.
Das war zuvor keinem Spieler in einem professionellen TV Match gelungen.
Taylor gewann das Finale mit 10:8 und spielte einen Average von 111,67 Punkten.
Zwischenzeitlich fehlte sogar nicht viel zu einem dritten perfekten Leg.
Der Abend in der Wembley Arena gehört bis heute zu den berühmtesten Spielen der Premier League Darts.
118,66 Average gegen Kevin Painter
Taylors Rekorde bestanden nicht nur aus Titeln.
Bei den UK Open 2010 traf er auf Kevin Painter.
Taylor gewann mit 9:0.
Sein Average: 118,66 Punkte.
Zu diesem Zeitpunkt war es der höchste jemals in einem TV Match aufgezeichnete Average.
Der Rekord hielt fast sechs Jahre, ehe Michael van Gerwen ihn 2016 mit 123,40 Punkten übertraf.
Auch Jahre später bleibt Taylors 118,66 eine der stärksten statistischen Leistungen, die jemals auf einer großen Darts Bühne gespielt wurden.
Was machte Phil Taylor so dominant?
Taylors größte Stärke war nicht nur das Scoring.
Natürlich konnte er 180er produzieren und über längere Phasen extrem hohe Averages halten.
Entscheidend war jedoch seine Konstanz.
Taylor verlor über viele Jahre erstaunlich selten sein Niveau.
Ein Gegner konnte gegen ihn einen außergewöhnlichen Satz oder einige starke Legs spielen. Taylor zwang ihn anschließend dazu, dieses Niveau immer wieder zu bestätigen.
Genau daran scheiterten viele.
Dazu kam sein Finishing.
Besonders unter Druck wirkte Taylor häufig so, als würde er Doppel genauso selbstverständlich treffen wie große Single Felder.
Sein Spiel basierte nicht auf spektakulären einzelnen Aufnahmen.
Es basierte darauf, dem Gegner über eine komplette Partie praktisch keine einfachen Phasen zu schenken.
Training als Teil seiner Dominanz
Taylor war zudem einer der Spieler, die das Bild des professionellen Dartspielers veränderten.
Darts war lange stark von Pub und Club Kultur geprägt.
Taylor behandelte das Spiel zunehmend wie einen Leistungssport.
Er trainierte über lange Phasen intensiv und arbeitete immer wieder an Material, Wurf und Technik.
Auch nach großen Erfolgen änderte er sein Setup und versuchte, kleine Verbesserungen zu finden.
Diese Mentalität wurde später für viele Profis selbstverständlich.
Zu Taylors besten Zeiten war sie ein Wettbewerbsvorteil.
Die Darts von Phil Taylor
Taylor spielte im Laufe seiner Karriere mit unterschiedlichen Setups und arbeitete mit verschiedenen Herstellern.
In den späteren Jahren wurde besonders seine Zusammenarbeit mit Target Darts bekannt.
Seine Signature Modelle wurden über mehrere Generationen weiterentwickelt.
Als typisches Setup werden 26 Gramm schwere Taylor Darts geführt.
Seine Anforderungen an Barrel, Grip und Balance waren außergewöhnlich spezifisch. Gerade deshalb entstanden über die Jahre zahlreiche verschiedene Generationen seiner Spielerdarts.
Für viele Hobbyspieler gehören Phil Taylor Darts bis heute zu den bekanntesten Spielerprodukten überhaupt.
Woher kommt der Spitzname „The Power“?
Der Spitzname ist untrennbar mit Taylor verbunden.
Mitte der 1990er Jahre wurde für seinen Bühnenauftritt der Song „The Power“ von Snap! verwendet.
Aus dem Titel entwickelte sich sein Spitzname.
Was zunächst wie ein passender Bühnenname klang, wurde schnell zur perfekten Beschreibung seines Spiels.
Taylor dominierte Gegner, Turniere und teilweise ganze Saisons.
„The Power“ wurde deshalb zu einer der bekanntesten Marken in der Darts Geschichte.
Die Rivalität mit Raymond van Barneveld
Zu den wichtigsten Gegnern seiner Karriere gehörte Raymond van Barneveld.
Der Niederländer war bereits mehrfacher BDO Weltmeister, als er zur PDC wechselte.
Damit entstand sofort die große Frage: Kann van Barneveld Taylor auch auf dessen eigener Bühne schlagen?
Die Antwort kam im Finale der PDC Darts WM 2007.
Das Match ging bis in den entscheidenden Satz und schließlich in ein Sudden Death Leg.
Van Barneveld gewann.
Es wurde eines der berühmtesten WM Finals aller Zeiten.
Taylor reagierte später erneut.
Im WM Finale 2009 schlug er van Barneveld deutlich und spielte dabei einen Average von 110,94 Punkten.
Die Rivalität brachte dem Sport enorme Aufmerksamkeit.
John Part, Dennis Priestley und Michael van Gerwen
Taylor hatte über verschiedene Generationen hinweg unterschiedliche große Rivalen.
Dennis Priestley gehörte zu den entscheidenden Gegnern der frühen PDC Jahre.
John Part beendete 2003 Taylors Serie von acht WM Titeln in Folge.
Raymond van Barneveld brachte anschließend eine neue Dimension in die Konkurrenz.
Später wurde Michael van Gerwen zum Spieler, der Taylors Rolle als dominante Nummer eins übernahm.
Gerade dieser Übergang zeigt Taylors außergewöhnliche Langlebigkeit.
Er spielte auf höchstem Niveau gegen Stars mehrerer Generationen und blieb bis ins hohe Darts Alter konkurrenzfähig.
Vier World Cups mit Adrian Lewis
Eine besondere Verbindung besteht bis heute zu Adrian Lewis.
Gemeinsam repräsentierten Taylor und Lewis England beim World Cup of Darts.
Das Duo gewann den Titel 2012, 2013, 2015 und 2016.
Lewis war selbst zweimaliger PDC Weltmeister und gehörte zeitweise zu Taylors härtesten Gegnern.
Trotzdem funktionierten beide im Team außergewöhnlich gut.
Dass ausgerechnet Lewis Taylor 2026 noch einmal zurück auf eine Wettkampfbühne bringt, schließt deshalb gewissermaßen einen Kreis.
World Seniors Darts nach dem PDC Abschied
Taylors Abschied 2018 bedeutete zunächst das Ende seiner klassischen Profikarriere.
Später kehrte er jedoch bei Veranstaltungen der World Seniors Darts Tour zurück.
Die Erwartungen waren enorm.
Viele Fans hofften darauf, noch einmal den Taylor früherer Jahre zu sehen.
Doch Alter, fehlender regelmäßiger Wettbewerb und gesundheitliche Probleme ließen sich nicht einfach ausblenden.
Taylor selbst sprach zunehmend offen darüber, dass er nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit besaß.
Vor allem seine Hüftprobleme wurden zu einer Belastung.
Nach einer Operation war auch langes Stehen und Spielen schwierig.
Der geplante Abschied 2024 wirkte deshalb endgültig.
Bis der Anruf für das gemeinsame Turnier mit Adrian Lewis kam.
Phil Taylor und die neue Darts Generation
Auch nach dem Ende seiner PDC Karriere blieb Taylor als Stimme des Sports präsent.
Seine Meinung zu Spielern wie Michael van Gerwen, Luke Humphries oder Luke Littler sorgt regelmäßig für Aufmerksamkeit.
Besonders Littlers schneller Aufstieg hat zwangsläufig Vergleiche mit Taylor ausgelöst.
Solche Vergleiche sind verständlich, aber schwierig.
Die moderne PDC besitzt größere Turnierfelder, höhere Preisgelder, einen dichteren Kalender und deutlich mehr Vollzeitprofis.
Taylors Ära sah anders aus.
Auf der anderen Seite spricht die schiere Dauer seiner Dominanz für sich.
16 Weltmeisterschaften und acht WM Titel hintereinander sind Maßstäbe, die selbst im heutigen professionellen Darts beinahe unrealistisch wirken.
Warum Phil Taylor im Darts einzigartig bleibt
Ob Phil Taylor für immer als bester Dartspieler aller Zeiten gelten wird, lässt sich nicht objektiv entscheiden.
Generationen und Wettbewerbsbedingungen verändern sich.
Seine Zahlen sind allerdings außergewöhnlich.
16 Weltmeisterschaften.
16 World Matchplay Titel.
Elf World Grand Prix Siege.
Sechs Premier League Titel.
Sechs Grand Slams.
Fünf UK Open.
Vier World Cups.
214 professionelle Turniersiege.
Dazu kommen historische Averages, zahlreiche perfekte Legs und eine Karriere, die vom BDO Darts über die Gründung der PDC bis in die moderne Arena Ära führte.
Noch wichtiger ist sein Einfluss auf das Spiel selbst.
Taylor zeigte, welches Niveau mit professionellem Training, technischer Präzision und kompromisslosem Ehrgeiz möglich war. Viele Standards, die heute selbstverständlich erscheinen, entstanden in einer Zeit, in der „The Power“ seine Gegner immer wieder zwang, besser zu werden.
Und selbst mit 66 Jahren ist seine Geschichte noch nicht ganz beendet.
Wenn Phil Taylor gemeinsam mit Adrian Lewis wieder ans Oche tritt, geht es nicht um eine Rückkehr an die Spitze der PDC Weltrangliste.
Es geht um einen weiteren Auftritt eines Spielers, ohne den sich die Geschichte des modernen Darts kaum erzählen lässt.








