Jonny Clayton widerspricht James Wade in GOAT-Debatte

Jonny Clayton widerspricht James Wade: Van Gerwen gehört zu den größten Darts-Spielern aller Zeiten
Jonny Clayton hat sich in die Diskussion um den besten Dartspieler aller Zeiten eingeschaltet und dabei einer umstrittenen Aussage von James Wade widersprochen. Der Waliser hält Michael van Gerwen neben Phil Taylor für einen der beiden größten Spieler der Darts-Geschichte. Wade hatte sich zuvor selbst als zweitbesten Spieler aller Zeiten bezeichnet, wobei er sich ausdrücklich auf die Beständigkeit seiner Karriere bezog.
Clayton, der gerade die Swiss Darts Trophy 2026 gewonnen hat, zeigte großen Respekt für seinen englischen Kollegen. Dennoch ist für ihn klar, dass Van Gerwens außergewöhnliche Titelsammlung nicht übergangen werden kann. Auch Luke Littler könnte seiner Meinung nach eines Tages in diese Diskussion eingreifen.
James Wade bezeichnet sich als zweitbesten Spieler aller Zeiten
Die Diskussion begann während des World Grand Prix 2026 in Leicester. James Wade äußerte sich auf einer Pressekonferenz über seine lange Karriere und die Leistungen, die er über mehr als zwei Jahrzehnte erbracht hat.
Der Engländer erklärte, dass er sich hinsichtlich seiner Beständigkeit auf höchstem Niveau als zweitbesten Dartspieler der Geschichte sehe. Lediglich Phil Taylor ordnete er noch vor sich ein.
Wade gehört tatsächlich zu den erfolgreichsten Spielern der PDC-Geschichte. Der 43-Jährige gewann bislang elf große Major-Titel und erreichte zahlreiche weitere Endspiele.
Besonders bemerkenswert ist seine Langlebigkeit. Bereits 2006 stand Wade im Finale des World Matchplay. Auch 20 Jahre später gehört er weiterhin zur internationalen Spitze.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen seiner Karriere und der anderer Darts-Legenden: Wade hat noch nie eine Weltmeisterschaft gewonnen.
Jonny Clayton sieht Michael van Gerwen deutlich vor Wade
Auf Wades Selbsteinschätzung angesprochen, reagierte Jonny Clayton mit einer Mischung aus Anerkennung und Widerspruch.
Der Waliser bezeichnete Wade als außergewöhnlichen Spieler. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er dessen Einordnung nicht teilt.
Vor allem Michael van Gerwen müsse bei der Frage nach den größten Spielern berücksichtigt werden.
Der Niederländer gewann drei PDC-Weltmeisterschaften und zahlreiche weitere Major-Titel. Über viele Jahre dominierte er die Tour und setzte mit seinen Averages und seiner Scoring-Leistung neue Maßstäbe.
Für Clayton sprechen diese Erfolge eine klare Sprache.
Er hält es deshalb für schwierig, Wade vor Van Gerwen einzuordnen, wenn es nicht nur um die Dauer einer Karriere, sondern um die gesamte sportliche Leistung geht.
Dabei betonte Clayton, dass seine abweichende Meinung nichts mit persönlichen Differenzen zu tun habe. Er schätze Wade sowohl als Spieler als auch als Mensch.
Phil Taylor bleibt für Clayton die größte Darts-Legende
Bei der Frage nach dem besten Spieler der Geschichte gibt es für Clayton einen eindeutigen Spitzenkandidaten: Phil Taylor.
Der 16-malige Weltmeister prägte den professionellen Dartsport über Jahrzehnte. Seine außergewöhnliche Titelsammlung gilt bis heute als Maßstab für alle nachfolgenden Generationen.
Clayton bezweifelt, dass diese Rekorde jemals vollständig übertroffen werden können.
Dabei sieht er nicht nur die sportliche Konkurrenz als Hindernis. Auch die wirtschaftliche Entwicklung des Dartsports spielt seiner Meinung nach eine Rolle.
Durch die deutlich höheren Preisgelder könnten erfolgreiche Spieler heute bereits früher finanziell unabhängig werden und ihre Karriere möglicherweise eher beenden.
Gleichzeitig betonte Clayton, dass Taylor und Van Gerwen unterschiedliche Spielertypen waren.
Taylor zeichnete sich durch seine klaren Abläufe und wiederkehrenden Muster am Dartboard aus. Van Gerwen nutzte dagegen unterschiedliche Wege zu seinen Checkouts und überzeugte durch seine Vielseitigkeit.
Für Clayton gehören beide deshalb zur absoluten Spitze der Darts-Geschichte.
Luke Littler könnte die Rangfolge künftig verändern
Neben Taylor und Van Gerwen sprach Clayton auch über Luke Littler.
Der 19-jährige Engländer hat den professionellen Dartsport innerhalb weniger Jahre verändert. Bereits in jungen Jahren gewann er zahlreiche große Titel und etablierte sich an der Spitze der Weltrangliste.
Besonders beeindruckt zeigt sich Clayton von Littlers natürlichen Fähigkeiten.
Der Waliser lobte dessen außergewöhnliches Talent und seine Fähigkeit, selbst schwierige Spielsituationen scheinbar mühelos zu lösen.
Allerdings bleibt Littlers Karriere im Vergleich zu Taylor, Van Gerwen oder Wade noch relativ kurz.
Ob er langfristig eine ähnliche Titelsammlung aufbauen kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Für Clayton ist Littler jedoch der Spieler, der die bisherige Rangfolge der größten Darts-Legenden am ehesten verändern könnte.
Was zählt mehr: Titel oder eine lange Karriere?
Die unterschiedlichen Ansichten von James Wade und Jonny Clayton zeigen, dass die Frage nach dem besten Dartspieler aller Zeiten nicht eindeutig beantwortet werden kann.
Wade legt besonderen Wert darauf, über zwei Jahrzehnte hinweg konkurrenzfähig geblieben zu sein. Auch im Jahr 2026 erreicht er regelmäßig die entscheidenden Runden großer Turniere.
Clayton bewertet dagegen die gewonnenen Titel, die Dominanz über die Konkurrenz und die außergewöhnlichen Leistungen auf den größten Bühnen stärker.
Beide Sichtweisen besitzen ihre Berechtigung.
Während Phil Taylors 16 Weltmeisterschaften weiterhin unerreicht bleiben, hat Michael van Gerwen eine ganze Generation des professionellen Dartsports geprägt.
James Wade steht wiederum für eine außergewöhnlich lange und erfolgreiche Karriere, auch ohne Weltmeistertitel.
Mit Luke Littler wächst bereits der nächste Kandidat für die Diskussion heran.
Claytons Aussagen dürften die Debatte darüber, wer tatsächlich zu den größten Dartsspielern aller Zeiten gehört, weiter anheizen.








