Cam Crabtree: Karriere, Erfolge und Darts-Spielerprofil

Cam Crabtree im Profil: Englands „Shazam“ auf dem Weg in die PDC-Spitze
Cam Crabtree gehört zu jener Generation junger englischer Dartspieler, die innerhalb weniger Jahre den Sprung vom Nachwuchs- und Challenge-Tour-Darts auf die große PDC-Bühne geschafft haben. Der Londoner trägt den Spitznamen „Shazam“, besitzt eine PDC Tour Card und hat sich mit starken Leistungen auf der Development Tour, der ProTour und bei TV-Turnieren immer weiter nach vorne gearbeitet.
Seine Entwicklung ist bemerkenswert, weil Crabtree erst vergleichsweise spät begann, Darts ernsthaft zu betreiben. Während der Corona-Zeit wurde aus regelmäßigem Training zunehmend ambitionierter Wettkampfsport. Wenige Jahre später spielte er bereits gegen etablierte PDC-Profis.
Der nächste große Schritt gelang ihm 2026 bei der World Youth Championship. Crabtree setzte sich bis ins Finale durch und eliminierte im Halbfinale ausgerechnet Luke Littler. Damit gehört er endgültig zu den interessantesten jungen Spielern im englischen Darts.
Cam Crabtree im Überblick
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Cameron Crabtree |
| Bekannt als | Cam Crabtree |
| Spitzname | Shazam |
| Geburtsdatum | 21. September 2003 |
| Geburtsort | London, England |
| Heimat | Croydon, London |
| Nationalität | England |
| Wurfhand | Rechts |
| Darts | Mission Signature Darts |
| Walk-on-Song | „Blinding Lights“ von The Weeknd |
| PDC Tour Card | Seit 2025 |
| PDC World Championship | Debüt 2026 |
| Grand Slam of Darts | Debüt 2025 |
| Development Tour Titel | 6 |
| Challenge Tour Titel | 2 |
| Neun-Darter | 1 |
| World Youth Championship | Finalist 2026 |
Die wichtigsten Erfolge von Cam Crabtree
| Jahr | Turnier oder Wettbewerb | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2026 | PDC World Youth Championship | Finale |
| 2026 | World Youth Championship | 6:5 gegen Luke Littler im Halbfinale |
| 2026 | Development Tour Event 14 | Sieger |
| 2026 | Development Tour Order of Merit | Platz 3 |
| 2025 | Development Tour Order of Merit | Gesamtsieger |
| 2025 | PDC Development Tour | Fünf Turniersiege |
| 2025 | Grand Slam of Darts | Teilnahme |
| 2025 | Grand Slam of Darts | 5:1 gegen Jonny Clayton |
| 2025 | Players Championship Finals | 2. Runde |
| 2025 | PDC Q-School | Tour Card gewonnen |
| 2024 | Players Championship 13 | Halbfinale |
| 2024 | WDF Europe Cup | Silber im Doppel |
| 2024 | WDF Europe Cup | Bronze im Einzel |
| 2023 | PDC Challenge Tour | Zwei Turniersiege |
| 2022 | PDC Challenge Tour | Neun-Darter |
World Youth Championship 2026: Crabtree schlägt Luke Littler
Der bislang größte Erfolg in der Karriere von Cam Crabtree kam bei der PDC World Youth Championship 2026.
Crabtree spielte sich durch ein stark besetztes Feld und erreichte die entscheidende K.-o.-Phase. Dort setzte er seinen Lauf fort und bezwang zunächst Lewis Mayes mit 6:2. Gegen Joseph Simpson folgte ein deutlicher 6:1-Erfolg, ehe Kaya Baysal beim 6:4 deutlich mehr Gegenwehr leistete.
Im Halbfinale wartete dann Luke Littler.
Es war nicht nur das prominenteste Match des Turniers, sondern auch eine der bislang größten Bewährungsproben für Crabtree. Littler gehörte trotz seines jungen Alters längst zur absoluten Weltspitze und ging entsprechend als Favorit in die Partie.
Crabtree hielt jedoch von Beginn an dagegen.
Beide Spieler bewegten sich mit ihren Averages knapp unter der Marke von 98 Punkten. Das Match ging über die volle Distanz, ehe Crabtree das Entscheidungsleg gewann und sich mit 6:5 durchsetzte.
Damit erreichte „Shazam“ erstmals das Finale der World Youth Championship.
Dort trifft er auf den Deutschen Jan Schmidt. Das Endspiel wird im Rahmen der Players Championship Finals in Minehead ausgetragen.
2026 erneut stark auf der Development Tour
Auch abseits der Jugend-WM gehörte Crabtree 2026 wieder zu den erfolgreichsten Spielern der PDC Development Tour.
Bei Event 14 holte er seinen sechsten Titel auf dieser Tour. Über die gesamte Saison sammelte er genügend Preisgeld, um die Development Tour Order of Merit auf Rang drei zu beenden.
Nur Sebastian Białecki und Jurjen van der Velde lagen am Ende vor ihm.
Für Crabtree war dieses Ergebnis besonders wichtig, weil die Development Tour weiterhin eine zentrale Rolle in seiner Karriere spielt. Obwohl er inzwischen eine PDC Tour Card besitzt, kann er aufgrund seines Alters weiterhin auf der Nachwuchsserie antreten und dort zusätzliche Turniererfahrung sammeln.
Die Kombination aus Development Tour und regulärer ProTour gibt ihm regelmäßig die Möglichkeit, sowohl gegen Gleichaltrige als auch gegen die etablierten Profis anzutreten.
2025: Das große Jahr von Cam Crabtree
Der entscheidende Durchbruch kam bereits 2025.
Crabtree startete das Jahr mit einem klaren Ziel: eine PDC Tour Card.
Bei der britischen PDC Q-School sammelte er genügend Punkte über die Order of Merit und sicherte sich damit erstmals die Spielberechtigung für den professionellen PDC-Circuit.
Der Erfolg veränderte seinen Kalender grundlegend. Von nun an konnte Crabtree regelmäßig bei den Players Championships antreten und um die Qualifikation für die großen PDC-Turniere kämpfen.
Parallel dazu dominierte er die Development Tour.
Crabtree gewann im Verlauf der Saison gleich fünf Events: die Turniere 11, 13, 15, 19 und 22.
Damit setzte er sich an die Spitze der Development Tour Order of Merit.
Fünf Titel in einer einzigen Saison machten deutlich, dass Crabtree auf Nachwuchsebene längst nicht mehr nur zu den erweiterten Kandidaten gehörte. Er war über Monate hinweg der konstanteste Spieler der Tour.
Grand-Slam-Debüt mit Ausrufezeichen gegen Jonny Clayton
Der Gewinn der Development Tour Order of Merit brachte Crabtree auch auf eine der größten TV-Bühnen der PDC.
Beim Grand Slam of Darts 2025 gab der Engländer sein Debüt.
Schon sein erstes Match zeigte, welches Niveau er erreichen kann.
Gegen Jonny Clayton gewann Crabtree überraschend deutlich mit 5:1. Noch beeindruckender als das Ergebnis war seine Leistung: Sein Average lag bei 102,07 Punkten.
Damit hatte er bei seinem ersten Grand-Slam-Auftritt sofort einen etablierten Major-Sieger bezwungen.
In der zweiten Gruppenpartie gegen Danny Noppert fehlte anschließend nur wenig. Crabtree verlor ein enges Match mit 4:5. Gegen Lukas Wenig folgte eine 1:5-Niederlage, wodurch das Turnier nach der Gruppenphase beendet war.
Das Ausscheiden änderte wenig am positiven Gesamteindruck. Besonders der Auftritt gegen Clayton zeigte, dass Crabtree auch auf einer großen TV-Bühne dreistellige Averages produzieren kann.
Players Championship Finals 2025
Nur wenig später folgte der nächste große Auftritt.
Bei den Players Championship Finals traf Crabtree in der ersten Runde auf Mike De Decker.
Das Match entwickelte sich zu einem engen Duell. Crabtree behielt im entscheidenden Leg die Nerven und gewann mit 6:5.
In der zweiten Runde kam es erneut zu einem knappen Match, diesmal gegen Chris Dobey.
Wieder fiel die Entscheidung erst im letzten Leg. Dieses Mal hatte Crabtree das schlechtere Ende für sich und verlor mit 5:6.
Trotzdem hatte er auch bei diesem Turnier bewiesen, dass er bereits in seinem ersten Jahr als Tour-Card-Spieler gegen die erfahrene PDC-Konkurrenz bestehen konnte.
Debüt bei der PDC Darts WM
Die Entwicklung führte Crabtree schließlich bis in den Alexandra Palace.
Bei der PDC Darts WM 2026 feierte er sein Weltmeisterschaftsdebüt.
Sein Gegner in der ersten Runde war Andrew Gilding, ein erfahrener Tour-Profi und ehemaliger UK-Open-Sieger.
Crabtree konnte das Match phasenweise offen gestalten, musste sich aber mit 1:3 nach Sätzen geschlagen geben.
Damit war sein erster WM-Auftritt früh beendet.
Für seine Entwicklung war die Teilnahme dennoch ein wichtiger Meilenstein. Innerhalb weniger Jahre hatte sich Crabtree vom Nachwuchsspieler ohne Tour Card bis auf die größte Bühne des professionellen Darts gearbeitet.
Der erste große ProTour-Lauf
Dass Crabtree auf der regulären ProTour mithalten kann, hatte er bereits vor dem Gewinn seiner Tour Card gezeigt.
Bei Players Championship 13 im Jahr 2024 erreichte er als nachgerückter Spieler überraschend das Halbfinale.
Auf dem Weg dorthin schlug er unter anderem Danny Noppert und James Wade.
Gerade diese Ergebnisse sorgten dafür, dass Crabtree zunehmend als eines der interessantesten Talente im englischen Darts wahrgenommen wurde.
Er bewies dabei etwas, das für junge Spieler besonders wichtig ist: Seine Leistungen funktionierten nicht nur gegen Gleichaltrige.
Auch gegen erfahrene PDC-Profis konnte er Spiele gewinnen.
Zwei Challenge-Tour-Titel als erster Durchbruch
Seine ersten größeren PDC-Erfolge feierte Crabtree auf der Challenge Tour.
2023 gewann er zwei Turniere dieser Serie.
Bei Event 4 und Event 18 setzte er sich jeweils gegen große Felder durch und holte seine ersten PDC-Titel.
Die Challenge Tour war für seine Entwicklung besonders wichtig. Dort treffen Spieler ohne Tour Card aufeinander und kämpfen nicht nur um Preisgeld, sondern auch um Möglichkeiten, kurzfristig auf der regulären ProTour nachzurücken.
Crabtree nutzte genau diese Chancen.
Seine Ergebnisse auf der Challenge Tour öffneten ihm zunehmend die Tür zu Players-Championship-Turnieren und damit zu Spielen gegen die besten Profis.
Der Neun-Darter von 2022
Schon vor seinen ersten Turniersiegen hatte Crabtree gezeigt, welches Scoring-Potenzial in seinem Spiel steckt.
2022 gelang ihm auf der Challenge Tour ein perfektes Leg.
Der Neun-Darter war eines der ersten größeren Ausrufezeichen seiner noch jungen Karriere.
Zu diesem Zeitpunkt war Crabtree auf der breiten Darts-Bühne noch weitgehend unbekannt. Rückblickend passte der perfekte Leg jedoch zu einer Entwicklung, die in den folgenden Jahren immer schneller verlief.
Vom Lockdown zum PDC-Profi
Die Geschichte von Cam Crabtree unterscheidet sich von vielen Spielern, die bereits als Kinder jahrelang in Jugendligen unterwegs waren.
Crabtree begann erst während der Corona-Pandemie damit, Darts wirklich ernsthaft zu verfolgen.
Aus regelmäßigem Spielen und Training entwickelte sich schnell der Wunsch, sich auch im Wettkampf zu messen.
Innerhalb kurzer Zeit zeigte sich sein Talent.
Schon wenige Jahre später stand er auf der Challenge Tour, gewann PDC-Turniere und wurde regelmäßig als Ersatzspieler für die ProTour berücksichtigt.
Der Sprung zur PDC Tour Card war deshalb weniger ein plötzlicher Durchbruch als die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die sich über mehrere Spielzeiten aufgebaut hatte.
England bei der WDF Europe Cup 2024
Auch außerhalb der PDC sammelte Crabtree internationale Erfahrung.
2024 gehörte er zum englischen Aufgebot bei der WDF Europe Cup.
Im Doppel spielte er gemeinsam mit Scott Mitchell und gewann Silber. Im Einzel erreichte Crabtree Bronze.
Diese Resultate zeigten eine weitere Seite seines Spiels.
Während die PDC ProTour hauptsächlich aus individuellen K.-o.-Turnieren besteht, bringt ein Wettbewerb wie der Europe Cup zusätzlichen Druck mit sich: Dort tritt ein Spieler nicht nur für sich selbst, sondern für die Nationalmannschaft an.
Der Spielstil von Cam Crabtree
Cam Crabtree ist ein moderner Scoring-Spieler.
Wenn er seinen Rhythmus findet, kann er sehr schnell hohe Aufnahmen produzieren und Gegner mit konstantem Druck auf den Triple-Feldern beschäftigen.
Gerade seine Ergebnisse auf der Development Tour zeigen, dass er über längere Turniertage hinweg ein hohes Niveau halten kann.
Noch wichtiger für seine weitere Entwicklung ist jedoch seine zunehmende Erfahrung in engen Matches.
Auf dem Weg ins Finale der World Youth Championship gewann er beispielsweise das entscheidende Leg gegen Luke Littler. Auch bei den Players Championship Finals hatte er bereits ein 6:5 gegen Mike De Decker für sich entschieden.
Solche Situationen sind auf der PDC Tour entscheidend. Zwischen einem frühen Ausscheiden und einem tiefen Turnierlauf liegen häufig nur wenige Darts auf Doppel.
Mission Darts und „Shazam“
Crabtree tritt unter dem Spitznamen „Shazam“ an und wird von Mission Darts unterstützt.
Für ihn existieren eigene Signature-Darts des Herstellers. Da verschiedene Versionen und Gewichte erhältlich sind, lässt sich die Produktpalette allerdings nicht automatisch mit exakt jenem Setup gleichsetzen, das Crabtree bei jedem Turnier verwendet.
Als Walk-on nutzt er „Blinding Lights“ von The Weeknd.
Sein Auftritt ist insgesamt eher modern und unaufgeregt. Im Mittelpunkt steht weniger eine ausgeprägte Bühnenfigur als das Spiel selbst.
Wie weit kann Cam Crabtree kommen?
Crabtrees bisherige Karriere zeigt eine klare Richtung.
2023 gewann er Challenge-Tour-Titel. 2024 folgte das erste große Players-Championship-Halbfinale. 2025 holte er die Tour Card, dominierte die Development Tour und erreichte Grand Slam, Players Championship Finals und PDC Darts WM.
2026 folgte der nächste Entwicklungsschritt mit einem weiteren Development-Tour-Titel und dem Finaleinzug bei der World Youth Championship.
Gerade der Sieg über Luke Littler ist dabei mehr als nur ein einzelnes starkes Ergebnis.
Crabtree hat gezeigt, dass er in einem wichtigen K.-o.-Match auch gegen einen Spieler bestehen kann, der längst zur absoluten Weltspitze zählt.
Die entscheidende Aufgabe wird nun darin liegen, diese Spitzenleistungen häufiger auf der regulären PDC ProTour abzurufen.
Fazit: Cam Crabtree ist mehr als nur ein Nachwuchstalent
Cam Crabtree hat sich innerhalb weniger Jahre vom ambitionierten Lockdown-Spieler zum PDC-Profi entwickelt.
Seine Karriere verlief dabei ungewöhnlich schnell. Zwei Challenge-Tour-Titel, ein ProTour-Halbfinale, die PDC Tour Card und fünf Development-Tour-Siege innerhalb einer Saison brachten ihn innerhalb kurzer Zeit auf die großen Bühnen.
Beim Grand Slam schlug er Jonny Clayton mit einem Average von über 102 Punkten. Wenig später folgte das Debüt bei der PDC Darts WM.
Mit seinem Finaleinzug bei der World Youth Championship und dem 6:5-Erfolg gegen Luke Littler hat Crabtree nun ein weiteres deutliches Zeichen gesetzt.
„Shazam“ befindet sich längst nicht mehr nur in der Kategorie talentierter Nachwuchsspieler. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob er den Übergang zum dauerhaft erfolgreichen PDC-Profi schafft.
Das Potenzial dafür hat Cam Crabtree bereits mehrfach gezeigt.








