Ross Smith attackiert Mensur Suljovic nach Eklat in Basel

„Karma kommt zurück“: Ross Smith attackiert Mensur Suljovic nach Eklat in Basel
Die Swiss Darts Trophy 2026 hat am Finaltag in Basel nicht nur sportlich für Schlagzeilen gesorgt. Nach dem Achtelfinale zwischen Mensur Suljovic und Ross Smith entwickelte sich eine hitzige Diskussion über Fairness und Verhalten auf der Bühne.
Suljovic gewann das dramatische Duell mit 6:5, nachdem Smith im Entscheidungsleg zwei Matchdarts vergeben hatte. Doch unmittelbar vor diesen Würfen kam es zu einer Szene, die den Engländer anschließend deutlich verärgerte.
Während Smith am Oche stand, animierte Suljovic das Publikum mit Gesten dazu, noch lauter zu werden. Aus den Rängen waren dabei deutliche Buhrufe gegen Smith zu hören.
Nach der Niederlage reagierte der Engländer öffentlich und kündigte an: „Karma wird zurückkommen.“
Zwei Matchdarts entscheiden ein dramatisches Achtelfinale
Sportlich entwickelte sich die Partie zu einem der spannendsten Spiele des Sonntagnachmittags.
Smith erwischte zunächst den besseren Beginn und setzte Suljovic früh unter Druck. Der Österreicher kämpfte sich allerdings zurück und glich unter anderem mit einem starken 11-Pfeile-Leg wieder aus.
Danach wechselte das Momentum mehrfach.
Beide Spieler schafften Durchbrüche gegen den Anwurf, doch keiner konnte sich entscheidend absetzen. Folgerichtig ging das Spiel beim Stand von 5:5 in das elfte und letzte Leg.
Dort bekam Smith schließlich die große Gelegenheit.
Bei 61 Punkten Rest erspielte er sich zwei Matchdarts auf Doppel 18.
Genau in diesem Moment wurde die Atmosphäre in der Halle zum Gesprächsthema.
Suljovic heizt das Publikum an
Die Zuschauer in Basel standen deutlich auf der Seite des Österreichers.
Als Smith seinen ersten Versuch auf das Match verfehlte, breitete Suljovic hinter ihm die Arme aus und forderte das Publikum sichtbar dazu auf, noch mehr Lärm zu machen.
Die Reaktion folgte sofort.
Während Smith seinen entscheidenden Wurf vorbereitete, wurden die Buhrufe lauter.
Auch der zweite Matchdart verfehlte sein Ziel.
Suljovic bekam anschließend seine Möglichkeit und nutzte sie. Mit dem erfolgreichen Abschluss von 55 Punkten machte er den 6:5-Sieg und den Einzug ins Viertelfinale perfekt.
Beim anschließenden Handschlag war bereits zu erkennen, dass Smith mit der Situation alles andere als zufrieden war.
Ross Smith übernimmt Verantwortung für die Niederlage
Bemerkenswert war allerdings, dass Smith seine Niederlage nicht auf Suljovics Verhalten schob.
Der Engländer machte anschließend deutlich, dass er selbst zwei Matchdarts vergeben hatte und deshalb die Verantwortung für das Ergebnis trage.
Seine Kritik richtete sich ausschließlich gegen das Verhalten seines Gegners während der entscheidenden Würfe.
Smith erklärte sinngemäß, dass er während seines Wurfs nicht sehen könne, was Suljovic hinter ihm mache. Anhand der Reaktion des Publikums habe er jedoch gemerkt, dass etwas passierte.
Anschließend wurde er deutlich.
Wenn Suljovic sich so verhalten wolle, sei das seine Entscheidung. „Karma kommt zurück“, lautete Smiths abschließende Botschaft.
Diskussion über Fairness im Darts
Die Szene löste unmittelbar eine größere Diskussion aus.
Publikumslärm gehört selbstverständlich zum modernen PDC Darts. Gerade auf der European Tour gehören Gesänge, Rufe und emotionale Reaktionen inzwischen fest zur Atmosphäre.
Problematisch wird es jedoch, wenn ein Spieler das Publikum während des Wurfs seines Gegners bewusst zu Störungen animiert.
Üblicherweise erwarten Profis zumindest in den entscheidenden Sekunden eines Wurfs ein gewisses Maß an Ruhe und Respekt.
Genau deshalb wurde Suljovics Verhalten von vielen Beobachtern kritisch bewertet.
Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob die Fans laut sein dürfen.
Es geht darum, ob ein Spieler aktiv versuchen sollte, diese Lautstärke gegen seinen Gegner einzusetzen.
Suljovic war schon früher Teil ähnlicher Diskussionen
Es ist nicht das erste Mal, dass Suljovics Verhalten auf der Bühne diskutiert wird.
Bereits bei der vergangenen Weltmeisterschaft hatte Joe Cullen den Österreicher nach einem direkten Duell scharf kritisiert. Damals ging es vor allem um Suljovics langsamen Rhythmus, Unterbrechungen und seine Reaktionen während der Partie.
Suljovic besitzt seit Jahren einen sehr eigenen Spielstil.
Sein langsamer Ablauf kann Gegner aus dem Rhythmus bringen, gehört grundsätzlich aber zu seinem Spiel.
Die Szene gegen Ross Smith ging nun einen Schritt weiter, weil diesmal das Publikum aktiv einbezogen wurde.
Sportlich läuft Suljovic in Basel hervorragend
Der Streit darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Suljovic sportlich ein bemerkenswertes Turnier spielt.
Bereits am Samstag warf er Michael van Gerwen mit 6:4 aus dem Wettbewerb.
Nun folgte mit Ross Smith der nächste prominente Gegner.
Smith war als Führender der European Tour Rangliste nach Basel gekommen und hatte 2026 bereits zwei Turniere der Serie gewonnen.
Suljovic eliminierte damit innerhalb von weniger als 24 Stunden zwei Spieler, die vor dem Turnier zu den großen Titelkandidaten gehörten.
Im Viertelfinale wartet nun Dirk van Duijvenbode.
Der Erfolg wird von der Szene überschattet
Eigentlich hätte Suljovics Einzug ins Viertelfinale die sportliche Geschichte des Matches sein können.
Stattdessen wird nach dem 6:5 fast ausschließlich über die Szene im Entscheidungsleg gesprochen.
Ross Smith hat seine vergebenen Matchdarts selbst nicht als Ausrede benutzt.
Seine Kritik an Suljovic fiel trotzdem eindeutig aus.
Damit bekommt die Swiss Darts Trophy unmittelbar vor der entscheidenden Abendrunde eine zusätzliche Geschichte.
Mensur Suljovic steht weiterhin im Rennen um den Titel.
Doch sein Verhalten gegen Ross Smith dürfte unabhängig vom weiteren Turnierverlauf noch länger diskutiert werden.








