Leon Weber verpasst direktes Darts-WM-Ticket nur knapp

Leon Weber nach bitterem Development-Tour-Finale: WM-Ticket knapp verpasst
Für Leon Weber endete die Development-Tour-Saison 2026 mit einer Mischung aus Stolz und großer Enttäuschung. Der Deutsche schließt die Order of Merit nach 24 Turnieren mit 11.350 Pfund auf Rang sieben ab. Eine starke Saison – und trotzdem fehlte am Ende nur wenig zum direkten Ticket für die kommende PDC Darts WM 2026/27.
Nach dem finalen Wochenende in Wigan machte Weber keinen Hehl daraus, wie sehr ihn der Ausgang trifft. Über Monate gehörte er zu den konstantesten Spielern der Development Tour, gewann selbst Turniere und hielt sich bis zum Schluss im Rennen um die entscheidenden Plätze. Gerade deshalb wiegt das verpasste Ziel besonders schwer.
Zwei Titel und eine Saison konstant in der Spitzengruppe
Rein sportlich kann sich Webers Jahr sehen lassen.
Der Deutsche gewann zwei Events der Winmau Development Tour und sammelte über die gesamte Saison hinweg regelmäßig Preisgeld. Anders als Spieler, die mit einem einzigen großen Lauf weit nach vorne springen, hielt sich Weber über viele Turniere in der Spitzengruppe.
Vor dem letzten Wochenende in Wigan war deshalb klar: Ein weiterer tiefer Run könnte ihm einen der besonders wertvollen Plätze sichern.
Doch bei den Events 21 bis 24 gelang genau dieser entscheidende Lauf nicht mehr.
Während mehrere direkte Konkurrenten noch einmal wichtige Preisgelder sammelten, blieb Weber bei 11.350 Pfund stehen. In der endgültigen Rangliste landete er unmittelbar hinter Jack Drayton und nur 50 Pfund vor seinem deutschen Landsmann Dominik Grüllich.
Nur 900 Pfund fehlen auf Van den Herik
Besonders bitter wird das Ergebnis beim Blick auf die Abstände.
Jamai van den Herik beendet die Development Tour mit 12.250 Pfund auf Platz vier. Weber fehlen damit lediglich 900 Pfund auf den Niederländer, der sich einen der wichtigen WM-Plätze über die Development-Tour-Wertung sichern konnte.
In einer Saison mit 24 Turnieren sind 900 Pfund ein sehr kleiner Unterschied. Ein einziges zusätzliches Halbfinale oder wenige mehr gewonnene Matches hätten die Ausgangslage komplett verändern können.
Genau das macht den Abschluss für Weber so schmerzhaft.
Die Darts Ergebnisse eines einzelnen Wochenendes entscheiden auf diesem Niveau nicht nur über einen Turniersieg. Am Ende können wenige Legs darüber bestimmen, wer auf einer der größten Bühnen des Sports steht.
Weber besitzt bereits eine PDC Tour Card
Bei der Einordnung ist allerdings ein wichtiger Unterschied zu beachten: Weber kämpfte über die Development Tour nicht um eine neue Tour Card, denn der Deutsche besitzt bereits eine PDC Tour Card.
Bei der Vergabe der neuen Karten werden Spieler übersprungen, die bereits Tour-Card-Inhaber sind. Deshalb profitieren in der finalen Development Tour Order of Merit andere berechtigte Spieler.
Für Weber war vor allem der direkte Weg zur Darts WM besonders interessant.
Dass dieser über die Nachwuchsserie nun verpasst wurde, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die WM-Tür endgültig geschlossen ist. Als Tour-Card-Spieler stehen ihm andere PDC-Qualifikationswege offen.
Das Development-Tour-Ticket wäre jedoch die deutlich frühere und sicherere Lösung gewesen.
Auch Dominik Grüllich beendet die Saison direkt hinter Weber
Aus deutscher Sicht zeigt die finale Rangliste gleichzeitig, wie stark die Saison insgesamt verlief.
Weber landet mit 11.350 Pfund auf Rang sieben, Dominik Grüllich folgt mit 11.300 Pfund unmittelbar auf Platz acht. Zwischen beiden liegen gerade einmal 50 Pfund.
Damit haben zwei deutsche Spieler die Development-Tour-Saison in den Top 10 beendet.
Weiter hinten finden sich ebenfalls deutsche Namen, darunter Lenny Schlüter, der im Laufe der Saison selbst einen Development-Tour-Titel gewann.
Die Ergebnisse zeigen, dass der deutsche Nachwuchs international konkurrenzfähig ist. Gleichzeitig zeigt Webers Saison aber auch, wie eng der Weg von einer starken Jahresleistung zu den wirklich großen Belohnungen sein kann.
Eine Enttäuschung, die die starke Saison nicht auslöscht
Dass Weber nach dem Finale emotional reagierte, ist deshalb nachvollziehbar.
Wer über Monate in Reichweite eines direkten WM-Platzes liegt und am Ende um einen vergleichsweise kleinen Betrag zurückfällt, wird eine solche Saison zunächst kaum ausschließlich positiv bewerten können.
Langfristig bleibt aber viel, worauf der Deutsche aufbauen kann.
Zwei Development-Tour-Titel, Rang sieben in der finalen Order of Merit und eine komplette Saison in unmittelbarer Nähe der besten Nachwuchsspieler Europas zeigen, dass Weber längst mehr ist als nur ein Talent für die Zukunft.
Das direkte Development-Tour-Ticket für die PDC Darts WM 2026/27 ist weg. Seine Saison und seine weiteren Chancen im PDC-System sind deshalb aber noch lange nicht beendet.








