Gary Anderson selbstbewusst: Junge Spieler haben noch Angst vor mir

Gary Anderson selbstbewusst: „Die jungen Spieler haben immer noch ein bisschen Angst vor mir“
Gary Anderson hat beim World Grand Prix 2026 nicht nur sportlich ein Zeichen gesetzt. Nach seinem hart erkämpften Auftaktsieg gegen Damon Heta zeigte sich der Schotte gewohnt selbstbewusst und machte deutlich, dass er sich auch mit 55 Jahren noch lange nicht vor der jüngeren Generation verstecken muss.
Auf die Frage, ob die neuen Spieler inzwischen keine Angst mehr vor ihm hätten, antwortete Anderson sinngemäß, dass sie wohl immer noch ein bisschen Respekt vor ihm hätten. Gleichzeitig betonte er, dass Alter im Darts nicht alles entscheidet. Er verfügt noch immer über die Erfahrung und die mentale Stärke, um große Matches zu gewinnen.
Anderson überlebt Matchdart gegen Damon Heta
Sein Auftakt in Leicester war allerdings alles andere als einfach.
Damon Heta gewann den ersten Satz und bekam im zweiten Durchgang sogar einen Matchdart auf Doppel 5. Anderson überstand die Situation, glich anschließend aus und übernahm im entscheidenden Satz vollständig die Kontrolle.
Besonders stark war seine Schlussphase. Anderson gewann sechs der letzten sieben Legs und spielte im dritten Satz einen Average von rund 110 Punkten. Am Ende stand ein 2:1-Sieg und der Einzug in die zweite Runde.
Anderson findet rechtzeitig seinen Rhythmus
Mit dem Beginn seiner Partie war Anderson selbst nicht zufrieden.
Sein Spiel funktionierte zunächst nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Gegen Ende kam jedoch genau das Niveau zurück, das ihn seit vielen Jahren auszeichnet.
Der Schotte geht heute mit anderen Erwartungen in Turniere als noch während seiner erfolgreichsten Jahre. Er genießt das Spielen mehr und weiß gleichzeitig, dass er immer noch hohe Averages produzieren kann, wenn alles zusammenpasst.
Genau das macht Anderson weiterhin gefährlich.
Er muss nicht mehr jedes Wochenende spielen oder jede Rangliste dominieren. Bei großen Turnieren reicht ihm oft eine starke Phase, um ein Match komplett zu verändern.
Niels Zonneveld wartet in Runde zwei
Im Achtelfinale des World Grand Prix 2026 trifft Anderson auf Niels Zonneveld.
Der Niederländer sorgte bereits in Runde eins für eine Überraschung und eliminierte Josh Rock mit 2:1. Zonneveld zeigte dabei besonders im entscheidenden Satz starke Nerven und bewies, dass er auch unter Druck bestehen kann.
Anderson wird seinen nächsten Gegner deshalb sicher nicht unterschätzen.
Die zweite Runde wird über Best of Five Sets gespielt. Damit bekommt Erfahrung eine noch größere Bedeutung. Gleichzeitig kann das Double-in-Format jederzeit dafür sorgen, dass ein Spieler früh ein oder zwei Legs verliert.
Anderson nimmt auch Luke Littler in Schutz
Interessant waren nach seinem Sieg nicht nur Andersons Aussagen über die jüngere Generation.
Der Schotte sprach auch über Luke Littler und die enorme Erwartungshaltung rund um den 19-Jährigen. Für Anderson hat Littler dem Dartsport bereits sehr viel gebracht und besonders viele junge Fans für das Spiel begeistert.
Beim Vergleich der Generationen bleibt Anderson allerdings vorsichtig. Phil Taylor steht für ihn weiterhin ganz oben, während Spieler wie Michael van Gerwen, Luke Humphries und Littler jeweils ihre eigene Ära prägen.
Gerade deshalb hält er direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Generationen nur bedingt für sinnvoll.
Erfahrung bleibt Andersons größte Waffe
Gary Anderson trainiert heute längst nicht mehr so intensiv wie früher.
Nach mehr als drei Jahrzehnten im professionellen Dartsport verbringt er deutlich mehr Zeit mit seiner Familie und wählt seine Turniere bewusster aus. Trotzdem zeigt er regelmäßig, dass sein Topniveau weiterhin zur Weltklasse gehört.
Auch bei den großen Ranking-Turnieren bleibt Anderson bemerkenswert konstant. Er schafft es weiterhin regelmäßig in die späteren Runden und gehört damit zu den Spielern, die auf einer großen Bühne nie abgeschrieben werden dürfen.
Für Darts heute ist genau das die interessante Geschichte hinter seinen Aussagen.
Anderson spielt weniger. Er trainiert weniger. Aber wenn er in einem großen Match seinen Rhythmus findet, gehört er weiterhin zu den Spielern, die niemand gerne auf der anderen Seite des Oches sieht.
Und genau deshalb wirkt seine Aussage über die junge Generation weniger wie ein lockerer Spruch und mehr wie eine Erinnerung:
Gary Anderson ist noch lange nicht fertig.








