Dimitri Van den Bergh auf Rang 59 – Belgien stürzt ab

Belgischer Darts-Absturz: Van den Bergh auf Rang 59, De Decker fällt aus den Top 32
Noch vor wenigen Jahren gehörte Belgien zu den aufstrebenden Nationen im professionellen Darts. Dimitri Van den Bergh gewann große Titel, Mike De Decker überraschte mit seinem Triumph beim World Grand Prix und beide schienen langfristig zur erweiterten Weltspitze zu gehören.
Die aktuelle PDC-Weltrangliste zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild.
Van den Bergh ist inzwischen bis auf Rang 59 zurückgefallen. De Decker steht nach dem Verlust seines alten World-Grand-Prix-Preisgeldes nur noch auf Platz 33. Damit befindet sich aktuell kein Belgier mehr unter den besten 32 Spielern der Welt.
Für eine Nation, die noch vor kurzer Zeit mehrere große Titel feiern konnte, ist das ein bemerkenswerter Absturz.
Dimitri Van den Bergh fällt um 13 Plätze
Am härtesten trifft die aktuelle Entwicklung Dimitri Van den Bergh.
Der ehemalige World-Matchplay-Sieger verlor nach dem World Grand Prix gleich 13 Positionen und rutschte von Rang 46 auf Platz 59 der PDC Order of Merit.
Damit geht es für den Belgier inzwischen um deutlich mehr als nur die Rückkehr in die Weltspitze.
Die Grenze der besten 64 wird zum entscheidenden Thema.
Nur die Spieler, die nach der Weltmeisterschaft innerhalb der Top 64 stehen, behalten ihre Tourkarte automatisch. Fällt Van den Bergh noch weiter zurück, könnte damit sogar seine langfristige Zukunft auf der PDC-Tour unter Druck geraten.
Vor wenigen Jahren wäre ein solches Szenario kaum vorstellbar gewesen.
Vom World-Matchplay-Sieger zum Kampf um die Tourkarte
Van den Berghs Karriere enthält Erfolge, von denen die meisten Profis nur träumen können.
2020 gewann er das World Matchplay. Später folgte der Titel bei den UK Open. Er spielte große Endspiele, war Teil der Premier League und etablierte sich über Jahre unter den besten Spielern der Welt.
Doch in den vergangenen beiden Spielzeiten lief immer weniger zusammen.
Schwächere Ergebnisse wurden von längeren Pausen begleitet. Auch nach seiner Rückkehr auf die Tour gelang es ihm bislang nicht, dauerhaft an sein früheres Niveau anzuknüpfen.
Gerade deshalb wird jeder auslaufende Ranglistenbetrag gefährlich.
Van den Bergh braucht nun nicht nur einzelne gute Spiele, sondern wieder mehrere tiefe Turnierläufe.
Mike De Decker verliert das Preisgeld seines größten Erfolgs
Auch bei Mike De Decker hat sich die Situation innerhalb weniger Tage drastisch verändert.
Der Belgier gewann 2024 sensationell den World Grand Prix und kassierte dafür 120.000 Pfund Ranglistenpreisgeld.
Dieses Ergebnis fiel nun aus der zweijährigen Wertung.
Da sich De Decker für den World Grand Prix 2026 nicht qualifizieren konnte, hatte er keine Möglichkeit, einen größeren Teil dieses Betrags direkt zu verteidigen.
Die Folge ist brutal:
De Decker fällt von Rang 24 auf Rang 33 und damit aus den Top 32.
Aus einem Spieler, der nach seinem großen Titel vor dem Sprung in die Top 16 stand, wird plötzlich wieder ein Profi, der sich seine Position in der Weltspitze neu erarbeiten muss.
Nach dem Major-Titel kam nicht der nächste Schritt
Gerade bei De Decker ist der Absturz besonders auffällig.
Ein großer PDC-Titel bietet normalerweise eine ideale Grundlage, um sich dauerhaft in der Weltrangliste nach vorne zu arbeiten.
Durch die hohe Ranglistenposition erhält ein Spieler Zugang zu weiteren wichtigen Turnieren. Dort kann zusätzliches Preisgeld gesammelt werden, wodurch sich die Position weiter stabilisiert.
De Decker konnte diese Möglichkeiten nicht konsequent nutzen.
Nach seinem World-Grand-Prix-Sieg folgten zwar weiterhin gute Ergebnisse, der dauerhafte Sprung in die Top 16 gelang jedoch nicht.
Nun ist ein großer Teil des finanziellen Vorsprungs verschwunden.
Erstmals seit 2012 kein Belgier in den Top 32
Die aktuelle Situation hat auch historische Bedeutung.
Seit Kim Huybrechts 2012 den Sprung in die Top 32 geschafft hatte, war Belgien praktisch durchgehend in diesem Bereich der Weltrangliste vertreten.
Später übernahm Van den Bergh die Rolle des belgischen Spitzenspielers. De Decker kam hinzu und sorgte mit seinem großen Titel dafür, dass Belgien zwischenzeitlich sogar zwei Spieler mit echter Major-Qualität besaß.
Jetzt sind beide außerhalb der Top 32.
Damit endet zumindest vorläufig eine Serie von rund 14 Jahren, in denen Belgien konstant einen Spieler in der erweiterten Weltspitze hatte.
Auch hinter den beiden Stars fehlt derzeit die Breite
Das größere Problem für Belgien liegt nicht nur im Absturz von Van den Bergh und De Decker.
Dahinter steht derzeit kein Spieler unmittelbar bereit, der ihre Rolle übernehmen könnte.
Es gibt interessante junge Talente und im Nachwuchsbereich wird weiter investiert. Doch der Sprung von guten Nachwuchsergebnissen zur dauerhaften Präsenz bei großen PDC-Turnieren ist enorm.
Genau deshalb waren Van den Bergh und De Decker für den belgischen Darts-Sport so wichtig.
Wenn beide bei großen Fernsehturnieren fehlen, sinkt automatisch auch die nationale Aufmerksamkeit.
Die kommenden Monate werden entscheidend
Für Dimitri Van den Bergh geht es nun vor allem darum, den Abstand zur Grenze der Top 64 wieder zu vergrößern.
Jedes Ranglistenturnier gewinnt damit zusätzliche Bedeutung.
Mike De Decker befindet sich in einer etwas komfortableren Lage, muss nach dem Verlust des World-Grand-Prix-Preisgeldes aber praktisch neu anfangen, eine stabile Top-32-Position aufzubauen.
Beide besitzen zweifellos genügend Qualität für eine Rückkehr.
Doch die Weltrangliste wartet nicht.
Während Van den Bergh und De Decker Boden verlieren, drängen andere Spieler von hinten nach. Genau deshalb kann ein längerer schwacher Zeitraum im modernen PDC-System sehr schnell große Folgen haben.
Belgien ist nicht plötzlich aus der Darts-Landschaft verschwunden.
Aber nach Jahren mit großen Titeln und zwei etablierten Namen in der Weltspitze befindet sich das Land erstmals seit langer Zeit wieder in einer Situation, in der die Zukunft deutlich unsicherer wirkt.








