Luke Littler vs Phil Taylor: Bunting über die GOAT-Frage

Bunting über Littler: „Viele WM-Titel, aber nicht so viele wie Taylor“
Luke Littler hat den Dartsport innerhalb kürzester Zeit verändert. Der 19-Jährige ist Weltranglistenerster, mehrfacher Major-Champion und längst das bekannteste Gesicht einer neuen Generation. Trotzdem bleibt eine Frage offen: Kann Littler eines Tages wirklich an Phil Taylor vorbeiziehen?
Stephen Bunting hat dazu eine klare, aber differenzierte Meinung. Für ihn besitzt Littler das Potenzial, seine Karriere als einer der größten Spieler aller Zeiten zu beenden. Den berühmtesten Rekord von Phil Taylor hält er jedoch für deutlich schwieriger erreichbar.
Taylor gewann insgesamt 16 Weltmeisterschaften. Eine Zahl, die im modernen Darts fast unerreichbar wirkt.
Stephen Bunting sieht enormes Potenzial bei Luke Littler
Bunting zweifelt nicht daran, dass Littler noch viele große Titel gewinnen wird.
Der Engländer hat bereits mit 19 Jahren eine Titelsammlung aufgebaut, für die andere Profis eine komplette Karriere benötigen. Allein 2026 gewann Littler die Weltmeisterschaft, die World Masters, die UK Open und das World Matchplay.
Dazu kamen die Premier League und gemeinsam mit Luke Humphries der World Cup of Darts.
Für Bunting ist deshalb klar, dass Littlers sportliche Obergrenze außergewöhnlich hoch liegt. Er hält ihn aktuell für den Spieler mit dem vielleicht größten Potenzial im gesamten Feld.
Trotzdem glaubt er nicht, dass Littler am Ende auf 16 Weltmeistertitel kommen wird.
Phil Taylors Rekord bleibt eine andere Dimension
Der wichtigste Grund ist für Bunting die heutige Leistungsdichte.
Phil Taylor dominierte seine Ära über viele Jahre hinweg in einer Form, die im modernen Darts deutlich schwieriger geworden ist. Heute gibt es wesentlich mehr Spieler, die regelmäßig Averages über 100 Punkte spielen und an einem guten Abend jeden Topstar schlagen können.
Genau deshalb sind lange Dominanzphasen schwieriger geworden.
Littler musste das in den vergangenen Wochen selbst erleben. Bei den World Series of Darts Finals stoppte Jonny Clayton seinen Lauf im Viertelfinale. Beim World Grand Prix folgte anschließend bereits in der ersten Runde das Aus gegen Luke Woodhouse.
Solche Niederlagen ändern nichts an Littlers Qualität, zeigen aber, wie wenig selbstverständlich selbst für den besten Spieler der Welt ein Major-Titel ist.
Littler hat den Dartsport bereits verändert
Für Bunting geht Littlers Bedeutung allerdings weit über Ergebnisse hinaus.
Seit seinem Durchbruch hat der junge Engländer ein Publikum erreicht, das vorher nur wenig mit Darts zu tun hatte. Gerade jüngere Fans interessieren sich stärker für den Sport, und Littlers Name ist längst auch außerhalb der klassischen Darts-Szene bekannt.
Das ist ein Punkt, an dem Vergleiche mit Phil Taylor kompliziert werden.
Taylor dominierte sportlich wie niemand zuvor. Littler könnte dagegen zusätzlich einen außergewöhnlichen Einfluss auf die internationale Popularität des Sports haben.
Für die Diskussion um den besten Dartspieler aller Zeiten zählt deshalb möglicherweise nicht nur die Zahl der Weltmeistertitel.
Littler gegen Taylor bleibt eine schwierige Debatte
Phil Taylor besitzt Rekorde, die weiterhin beinahe absurd wirken.
Neben seinen 16 Weltmeisterschaften gewann er mehr als 100 große TV-Titel und dominierte über einen außergewöhnlich langen Zeitraum.
Littlers Karriere steht dagegen noch ganz am Anfang.
Genau deshalb ist es zu früh, eine endgültige Antwort zu geben. Der 19-Jährige hat noch viele Jahre vor sich und bereits bewiesen, dass er große Turniere in sehr unterschiedlichen Formaten gewinnen kann.
Bunting sieht darin den entscheidenden Punkt: Littler kann einer der größten Spieler der Geschichte werden, ohne zwangsläufig Taylors 16 WM-Titel zu erreichen.
Die nächsten Jahre entscheiden über Littlers Platz in der Geschichte
Der Vergleich zwischen Luke Littler und Phil Taylor dürfte den Dartsport noch lange begleiten.
Wenn Littler seine aktuelle Entwicklung fortsetzt, werden weitere Weltmeistertitel und Majors fast zwangsläufig dazukommen. Doch jedes zusätzliche Jahr bringt neue Gegner, neue Talente und immer höheren Druck.
Genau darin liegt die Herausforderung.
Taylor setzte eine historische Messlatte. Littler hat bereits mit 19 Jahren begonnen, seine eigene Geschichte zu schreiben.
Ob diese irgendwann größer wird als die von „The Power“, lässt sich heute noch nicht beantworten. Klar ist nur: Kaum ein Spieler hatte in diesem Alter jemals eine bessere Ausgangsposition.








