Beau Greaves vor Abschied von der Women’s Series

Beau Greaves vor Abschied von der Women’s Series: PDC-Regel könnte Rückkehr verhindern
Beau Greaves könnte ihr letztes Turnier auf der PDC Women’s Series gespielt haben. Nach ihrem historischen Saisonabschluss in Wigan sprach die 22-jährige Engländerin erstmals offen über einen möglichen Abschied. Der Grund ist allerdings weder ein Karriereende noch mangelndes Interesse am Frauendarts. Vielmehr könnte ihr sportlicher Erfolg dafür sorgen, dass sie 2027 nicht mehr auf der Women’s Series antreten darf.
Mit 17 Titeln aus 24 Turnieren dominierte Greaves die Saison 2026 nahezu nach Belieben. Nun rückt jedoch eine besondere Regel der PDC in den Mittelpunkt. Sollte sie sich unter den besten 64 Spielern der Weltrangliste etablieren, wäre sie für die Women’s Series nicht mehr startberechtigt.
Beau Greaves spricht über möglichen Abschied
Nach ihrem vierten Turniersieg innerhalb von zwei Tagen zeigte sich Greaves in Wigan zufrieden mit ihrer Leistung. Gleichzeitig klangen ihre Aussagen ungewöhnlich nachdenklich.
Die Engländerin erklärte, wie viel ihr die Women’s Series bedeutet. Sie genieße die Turniere, den Kontakt zu den anderen Spielerinnen und die besondere Atmosphäre abseits der großen Fernsehproduktionen.
Mit Blick auf die kommende Saison räumte sie jedoch ein, dass ihr letzter Auftritt auf dieser Tour bereits hinter ihr liegen könnte.
Sollte das tatsächlich der Fall sein, hoffe sie, dass die anderen Spielerinnen weiterhin hart an sich arbeiten und häufiger an Wettbewerben teilnehmen. Genau darin sehe sie einen wichtigen Zweck der Turnierserie.
Greaves machte außerdem deutlich, dass sie die Entwicklung des Frauendarts auch dann verfolgen möchte, wenn sie selbst nicht mehr teilnehmen kann.
Ein endgültiger Abschied ist damit nicht bestätigt. Ihre Aussagen zeigen aber, dass sich die Engländerin bereits mit dieser Möglichkeit beschäftigt.
Warum die PDC-Regel ihre Teilnahme verhindern könnte
Im Mittelpunkt steht Regel 6.2 der PDC.
Demnach dürfen Spielerinnen und Spieler, die am jeweiligen Stichtag unter den besten 64 der PDC Order of Merit stehen, nicht an Turnieren der Women’s Series oder Development Tour teilnehmen.
Die Regel soll verhindern, dass bereits etablierte Profis zusätzlich die Wettbewerbe dominieren, die anderen Spielern Entwicklungsmöglichkeiten und Qualifikationswege bieten.
Für Beau Greaves entsteht dadurch eine ungewöhnliche Situation.
Die Engländerin besitzt bereits eine PDC Tour Card und tritt regelmäßig gegen die internationale Profi-Elite an. Ihre Leistungen auf der ProTour bringen sie zunehmend näher an die entscheidende Grenze der Weltrangliste.
Erreicht sie zum maßgeblichen Stichtag die Top 64, wäre eine weitere Teilnahme an den betreffenden Women’s-Series-Turnieren ausgeschlossen.
Greaves muss sich also nicht aktiv gegen die Women’s Series entscheiden. Ihr sportlicher Aufstieg könnte die Entscheidung durch das PDC-Regelwerk herbeiführen.
17 Titel und 63 Turniersiege: Eine außergewöhnliche Dominanz
Die Zahlen ihrer bisherigen Karriere zeigen, welche Bedeutung ein möglicher Abschied hätte.
Allein 2026 gewann Greaves 17 der 24 Women’s-Series-Turniere. Insgesamt steht sie inzwischen bei 63 Titeln auf dieser Tour.
Beim Saisonfinale in Wigan gewann sie sämtliche vier Veranstaltungen. Besonders beeindruckend war Event 23, bei dem sie über sieben Begegnungen einen Turnieraverage von 98,75 Punkten erreichte.
Noch nie hatte eine Siegerin auf der PDC Women’s Series einen höheren Durchschnitt über ein gesamtes Turnier gespielt.
Auch die abschließende Rangliste unterstreicht ihren Vorsprung.
| Spielerin | Preisgeld 2026 |
|---|---|
| Beau Greaves | £44.700 |
| Lisa Ashton | £18.700 |
| Fallon Sherrock | £14.150 |
| Gemma Hayter | £11.400 |
| Vicky Pruim | £9.200 |
Greaves sammelte damit mehr als doppelt so viel Preisgeld wie die zweitplatzierte Lisa Ashton.
Sollte die dominierende Spielerin künftig fehlen, könnten sich für die Konkurrenz völlig neue Möglichkeiten ergeben.
Was würde ein Abschied für den Frauendarts bedeuten?
Ohne Beau Greaves könnte sich das Kräfteverhältnis auf der Women’s Series deutlich verändern.
Spielerinnen wie Lisa Ashton, Fallon Sherrock und Gemma Hayter würden zu den wichtigsten Anwärterinnen auf die Turniersiege gehören.
Auch jüngere Talente könnten stärker in den Vordergrund rücken. Aurora Fochesato zeigte beispielsweise beim letzten Saisonturnier in Wigan, welches Potenzial in der nächsten Generation steckt.
Die 20-jährige Italienerin erreichte erstmals ein Women’s-Series-Finale, musste sich dort allerdings Greaves mit 2:5 geschlagen geben.
Gerade solche Spielerinnen könnten von zusätzlichen Chancen profitieren, wenn die bisherige Seriensiegerin nicht mehr teilnahmeberechtigt wäre.
Allerdings würde die Women’s Series damit auch eines ihrer bekanntesten Gesichter verlieren. Greaves hat in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass die Leistungen im Frauendarts zunehmend internationale Aufmerksamkeit erhalten.
Greaves konzentriert sich auf die PDC ProTour und große Turniere
Ein möglicher Abschied von der Women’s Series würde keineswegs das Ende ihrer professionellen Karriere bedeuten.
Im Gegenteil: Die Engländerin hat längst bewiesen, dass sie auch auf der regulären PDC ProTour konkurrenzfähig ist.
Im April 2026 schrieb Greaves Geschichte, als sie als erste Frau einen Titel auf der PDC ProTour gewann. Im Finale eines Players Championship Turniers besiegte sie Michael Smith mit 8:7.
Dieser Erfolg zeigte, dass sie nicht ausschließlich auf die Frauenwettbewerbe angewiesen ist.
In den kommenden Monaten warten weitere bedeutende Herausforderungen.
Greaves gehört zum Teilnehmerfeld des Grand Slam of Darts im November. Außerdem hat sie sich bereits über die ProTour Rangliste für die PDC Darts WM qualifiziert.
Vor allem ihre Auftritte auf den großen Fernsehbühnen werden zeigen, wie weit sie ihre Entwicklung fortsetzen kann.
Ist die Women’s-Series-Karriere von Beau Greaves tatsächlich beendet?
Noch steht nicht endgültig fest, ob Beau Greaves 2027 auf die Women’s Series zurückkehren kann.
Entscheidend wird ihre Platzierung in der PDC Order of Merit zum jeweiligen Stichtag sein.
Bleibt sie außerhalb der Top 64, könnte sie weiterhin teilnahmeberechtigt sein. Erreicht sie dagegen diese Grenze, würde sie unter die entsprechende Ausschlussregel fallen.
Ihre Aussagen nach dem Saisonfinale machen deutlich, dass Greaves beide Möglichkeiten kennt.
Sportlich wäre ein Abschied fast schon ein Zeichen ihres außergewöhnlichen Fortschritts. Schließlich würde sie die Women’s Series nicht wegen schwächerer Leistungen verlassen, sondern weil sie sich auf der höchsten professionellen Ebene etabliert hätte.
Für die 22-Jährige könnte das Ende einer langen Erfolgsserie zugleich den Beginn eines neuen Karriereabschnitts markieren.








