Gary Anderson droht das Aus bei zwei großen PDC-Turnieren

Gary Anderson droht trotz Platz zehn das Aus bei zwei großen PDC-Turnieren
Gary Anderson gehört weiterhin zu den zehn besten Spielern der PDC-Weltrangliste. Trotzdem könnte der Schotte in den kommenden Wochen gleich zwei bedeutende Turniere verpassen.
Nach seinem Rückzug von der Swiss Darts Trophy in Basel wird es für Anderson im Rennen um die Europameisterschaft besonders schwierig. Gleichzeitig steht auch seine Teilnahme am PDC-Saisonfinale in Minehead auf der Kippe.
Die ungewöhnliche Situation zeigt, dass eine starke Position in der allgemeinen Weltrangliste nicht automatisch einen Startplatz bei jedem großen Turnier garantiert.
Gary Anderson bleibt die Nummer zehn der Welt
In der aktuellen PDC-Weltrangliste steht Gary Anderson mit 591.750 Pfund Preisgeld auf Rang zehn.
Damit liegt der zweimalige Weltmeister weiterhin vor Nathan Aspinall, Wessel Nijman, Stephen Bunting und mehreren weiteren Spielern, die in den vergangenen Monaten regelmäßig tiefe Turnierläufe geschafft haben.
Auf den ersten Blick gibt es deshalb kaum einen Grund zur Sorge.
Doch bei mehreren PDC-Turnieren zählt nicht die allgemeine Weltrangliste. Stattdessen entscheiden eigene Jahreswertungen über die Teilnahme.
Genau hier beginnen Andersons Probleme.
Europameisterschaft rückt in weite Ferne
Für die Europameisterschaft qualifizieren sich die besten 32 Spieler der Rangliste der europäischen Turnierserie.
Anderson hat dort bislang lediglich 15.000 Pfund gesammelt.
Vor dem Turnier in Basel lag die Grenze für einen Startplatz bei ungefähr 33.000 Pfund. Anderson fehlen damit rund 18.000 Pfund auf die entscheidenden Positionen.
Sein Rückzug von der Swiss Darts Trophy verschärft die Lage zusätzlich.
In Basel kann er kein weiteres Preisgeld sammeln. Danach bleibt nur noch das letzte Turnier der europäischen Serie in Maastricht.
Der Schotte benötigt dort deshalb einen außergewöhnlich starken Lauf, wenn er die Europameisterschaft in Dortmund noch erreichen will.
Ein frühes Ausscheiden würde seine Chancen praktisch beenden.
Warum Anderson in Basel fehlt, ist nicht bekannt
Gary Anderson gehört zu mehreren bekannten Spielern, die ihre Teilnahme an der Swiss Darts Trophy kurzfristig abgesagt haben.
Auch Gerwyn Price, Nathan Aspinall und Ryan Joyce fehlen in Basel.
Ein konkreter Grund für Andersons Rückzug wurde bislang nicht bekanntgegeben.
Sportlich hat die Entscheidung aber klare Folgen. Gerade weil ihm in der Rangliste der europäischen Turnierserie viel Preisgeld fehlt, hätte Basel eine wichtige Gelegenheit dargestellt, den Rückstand zu verkürzen.
Nun bleibt dafür nur noch Maastricht.
Auch Minehead ist plötzlich nicht mehr sicher
Noch überraschender ist Andersons Lage beim PDC-Saisonfinale in Minehead.
Für dieses Turnier qualifizieren sich die besten 64 Spieler der Jahreswertung der Bodenturniere.
Anderson steht aktuell mit 29.750 Pfund auf Rang 62.
Damit liegt er nur knapp über der Qualifikationsgrenze.
Mario Vandenbogaerde, der derzeit unmittelbar außerhalb der ersten 64 steht, hat lediglich 1.000 Pfund weniger gesammelt.
Das bedeutet: Ein einziger guter Turnierlauf eines direkten Konkurrenten kann Anderson aus den Qualifikationsplätzen verdrängen.
Nur 14 Bodenturniere gespielt
Das Problem ist teilweise selbst entstanden.
Anderson hat von den ersten 30 Bodenturnieren des Jahres lediglich 14 bestritten. Die sechs jüngsten Veranstaltungen ließ er komplett aus.
Für einen Spieler seiner Klasse kann das lange gutgehen, weil wenige starke Ergebnisse bereits viel Preisgeld bringen.
Je näher das Saisonende rückt, desto gefährlicher wird diese Strategie allerdings.
Spieler hinter Anderson treten regelmäßig an und können bei jedem Turnier zusätzliches Preisgeld sammeln. Anderson besitzt dagegen keinen großen Vorsprung, den er einfach verwalten könnte.
Mit nur 1.000 Pfund Abstand zur Grenze befindet er sich in einer ungewöhnlich unsicheren Position.
Weltklasse in der Rangliste, aber nicht automatisch qualifiziert
Gerade dieser Gegensatz macht die Geschichte so interessant.
Gary Anderson ist weiterhin die Nummer zehn der Welt.
Er kann an einem guten Tag praktisch jeden Spieler schlagen und gehört auch mit 55 Jahren noch zu den stärksten Profis der PDC.
Trotzdem könnte er bei der Europameisterschaft fehlen und wenig später auch das Saisonfinale in Minehead verpassen.
Das liegt nicht an seiner allgemeinen Weltranglistenposition, sondern an den speziellen Qualifikationsregeln.
Für Dortmund zählt ausschließlich das Preisgeld aus der europäischen Turnierserie. Für Minehead entscheidet wiederum nur das Preisgeld der Bodenturniere.
Erfolge bei anderen großen Wettbewerben helfen dort nicht.
Die letzten Wochen werden für Anderson entscheidend
Noch ist nichts endgültig entschieden.
Für die Europameisterschaft besitzt Anderson in Maastricht zumindest noch eine letzte Möglichkeit. Beim Rennen um Minehead können die verbleibenden Bodenturniere ebenfalls noch viel verändern.
Allerdings muss der Schotte inzwischen genauer auf die Ranglisten hinter sich schauen als auf seine Position in der Weltspitze.
Ein Spieler kann also gleichzeitig Zehnter der PDC-Weltrangliste sein und trotzdem um die Teilnahme an zwei wichtigen Herbstturnieren bangen.
Bei Gary Anderson ist genau dieses ungewöhnliche Szenario Realität geworden.








