Players Championship Finals 2027: 128 Spieler geplant

Players Championship Finals 2027 vor großem Umbau: 128 Spieler und neue Debatte um die Qualifikation
Die Players Championship Finals stehen 2027 vor einer der größten Veränderungen ihrer Geschichte. Das Teilnehmerfeld in Minehead soll von bisher 64 auf 128 Spieler wachsen. Gleichzeitig ist ein Multiboard-Format geplant, das stärker an die UK Open erinnert.
Damit verändert sich nicht nur die Größe des Turniers. Vor allem die Qualifikation sorgt bereits für Diskussionen.
Der aktuelle Streitpunkt: Wird es für Topstars wie Luke Littler künftig zu einfach, sich für die Players Championship Finals zu qualifizieren, obwohl sie nur wenige der eigentlichen Floor-Turniere bestreiten?
Von 64 auf 128 Spieler
Bisher qualifizieren sich die besten 64 Spieler der Players Championship Order of Merit für das Saisonfinale.
Diese Rangliste basiert ausschließlich auf den Preisgeldern, die während der Players Championship Events eines Jahres erspielt werden. Wer die Floor-Turniere regelmäßig auslässt, geht deshalb ein echtes Risiko ein.
Ab 2027 soll sich das deutlich verändern.
Das Feld wird auf 128 Spieler verdoppelt. Gleichzeitig soll Minehead ein Multiboard-Format erhalten. Neben der Hauptbühne würden damit mehrere Matches parallel ausgetragen.
Das erinnert stark an die UK Open, bei denen ebenfalls zahlreiche Partien gleichzeitig stattfinden.
Für Zuschauer bedeutet das mehr Darts. Für die Spieler bedeutet es allerdings auch, dass die Qualifikationshürde deutlich sinkt.
Luke Littler zeigt das Problem des aktuellen Systems
Die Diskussion wird besonders durch Luke Littler angeheizt.
Der Weltranglistenerste wird die Players Championship Finals 2026 verpassen. Littler bestritt in dieser Saison nur sehr wenige Players Championship Events und konnte deshalb nicht genügend Preisgeld für einen Platz unter den besten 64 sammeln.
Sportlich wirkt das zunächst ungewöhnlich.
Littler gehört zu den erfolgreichsten Spielern des Jahres, gewann mehrere große TV-Turniere und steht klar an der Spitze der PDC Order of Merit. Trotzdem fehlt er bei einem Ranglisten-Major, weil er den dazugehörigen Floor-Circuit weitgehend ausgelassen hat.
Genau das ist allerdings die Grundidee des aktuellen Systems.
Die Players Championship Finals sollen diejenigen belohnen, die während des Jahres bei den Players Championship Turnieren erfolgreich waren.
Wird aus der Konsequenz künftig ein „Hintertür“-Platz?
Kritiker der Reform sehen genau hier das Problem.
Wenn künftig 128 Spieler teilnehmen dürfen, werden praktisch alle Tour-Card-Inhaber eine realistische Chance auf Minehead haben.
Noch wichtiger könnte eine Änderung des Qualifikationssystems werden. Diskutiert wird, künftig stärker auf die allgemeine ProTour Order of Merit zu setzen, statt ausschließlich die spezielle Players Championship Rangliste zu verwenden.
Das würde Spielern helfen, die auf der European Tour viel Preisgeld sammeln, aber nur selten auf dem Floor antreten.
Ein Superstar könnte dadurch wesentlich weniger Players Championship Events spielen und trotzdem beim Saisonfinale dabei sein.
Deshalb fällt in der Diskussion immer wieder der Begriff einer möglichen „Hintertür“ für die größten Namen.
Natürlich wird die Reform nicht speziell für einen einzelnen Spieler gemacht. Littlers Situation zeigt aber besonders deutlich, welche Auswirkungen das neue Modell haben könnte.
Topstars könnten noch mehr Floor-Turniere auslassen
Genau hier liegt die langfristig wichtigste Frage.
Die PDC hat den Turnierkalender in den vergangenen Jahren stark erweitert. Premier League, European Tour, World Series, Majors und Players Championship Events sorgen für eine enorme Belastung.
Die größten Stars wählen ihre Turniere deshalb zunehmend gezielt aus.
Wenn die Qualifikation für die Players Championship Finals auch mit deutlich weniger Floor-Auftritten möglich wird, könnte der Anreiz sinken, regelmäßig an diesen Events teilzunehmen.
Das wäre problematisch für die Players Championship Serie.
Denn ein wichtiger Reiz der Floor-Turniere besteht gerade darin, dass dort Weltstars und weniger bekannte Tour-Card-Spieler unter denselben Bedingungen antreten.
Fehlen Littler, Humphries, Van Gerwen oder andere große Namen häufiger, verändert sich der Wert des Circuits.
Andererseits profitieren viele kleinere Spieler
Die Reform hat allerdings auch eine andere Seite.
Ein 128er-Feld bedeutet 64 zusätzliche Plätze bei einem großen PDC-Turnier.
Für Spieler außerhalb der Weltspitze kann das enorm wichtig sein.
Mehr Teilnehmer bedeuten mehr Chancen auf TV-Präsenz, zusätzliches Ranking-Preisgeld und möglicherweise einen großen Sieg gegen einen bekannten Gegner.
Gerade Spieler aus dem unteren Bereich der ProTour Order of Merit kämpfen häufig um jedes Preisgeld, um ihre Tour Card zu behalten.
Für sie kann eine zusätzliche Major-Teilnahme einen erheblichen Unterschied machen.
Minehead könnte dadurch zum zweiten UK Open werden
Auch sportlich verändert ein Multiboard-System das Turnier deutlich.
Die Players Championship Finals waren bislang ein klassisches 64-Spieler-K.-o.-Event mit klarer Verbindung zur Players Championship Order of Merit.
Mit 128 Spielern und mehreren Boards nähert sich das Konzept stärker der UK Open an.
Genau deshalb gibt es auch Kritik, dass die großen PDC-Turniere immer ähnlicher werden.
Ein Teil des bisherigen Charakters könnte verloren gehen.
Die Players Championship Finals hatten eine klare Identität: Wer über das Jahr auf dem Floor genügend Preisgeld sammelte, durfte nach Minehead.
Wird diese Verbindung abgeschwächt, entsteht praktisch ein weiteres großes ProTour-Turnier mit sehr breitem Feld.
Mehr Darts oder weniger sportliche Konsequenz?
Die Reform hat deshalb zwei klare Seiten.
128 Spieler bedeuten mehr Matches, mehr Chancen und mehr Namen auf der großen Bühne.
Gleichzeitig könnte die bisherige sportliche Konsequenz verloren gehen.
2026 zeigt Luke Littler genau diese Konsequenz: Wer den Floor-Circuit kaum spielt, kann die Finals verpassen – selbst als Nummer eins der Welt und Titelverteidiger.
Ab 2027 könnte ein solcher Fall wesentlich unwahrscheinlicher werden.
Ob das die Players Championship Finals besser macht oder lediglich sicherstellt, dass die großen Stars immer dabei sind, dürfte bis zum ersten Turnier im neuen Format weiter diskutiert werden.








