Michael van Gerwen in der Premier League 2027? Zweifel wachsen

Michael van Gerwen in der Premier League 2027? Van der Voort hat Zweifel
Michael van Gerwen gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zu den prägendsten Spielern der Premier League Darts. Siebenmal gewann der Niederländer den Wettbewerb, über Jahre war seine Teilnahme praktisch selbstverständlich. Für 2027 könnte sich das erstmals ernsthaft ändern.
Ausgerechnet Vincent van der Voort, langjähriger Freund und enger Vertrauter von Van Gerwen, stellt öffentlich infrage, ob die Leistungen der laufenden Saison für eine erneute Einladung ausreichen.
Seine Einschätzung ist klar: Bewertet man ausschließlich das Jahr 2026, hat Van Gerwen bislang nicht genug gezeigt.
Platz sechs trotz starkem Start in die Premier League
Dabei begann die Premier-League-Saison für Van Gerwen hervorragend.
Gleich am ersten Abend in Newcastle holte er den Tagessieg. Er schlug Stephen Bunting, Luke Humphries und im Finale Gian van Veen. Eine Woche später erreichte er in Antwerpen erneut das Endspiel und unterlag dort Gerwyn Price.
Auch später gelangen ihm weitere starke Abende. In Berlin stand Van Gerwen erneut im Finale und musste sich erst Luke Littler geschlagen geben.
Für die Teilnahme an der Endrunde reichte es trotzdem nicht.
Van Gerwen beendete die reguläre Saison mit 18 Punkten auf Rang sechs. Stephen Bunting und Gian van Veen kamen ebenfalls auf 18 Punkte, doch Van Gerwen blieb außerhalb der entscheidenden ersten vier Plätze.
Damit verpasste er die Endrunde zum zweiten Mal in Folge.
Ein Tagessieg reicht bei seinem Anspruch nicht mehr
Genau darin liegt das Problem.
Für viele Spieler wäre ein Tagessieg, mehrere Finalteilnahmen und Rang sechs in der Premier League eine ordentliche Saison.
Bei Michael van Gerwen Darts gelten andere Maßstäbe.
Der Niederländer hat diesen Wettbewerb siebenmal gewonnen. Zwischen 2013 und 2019 dominierte er die Premier League nahezu vollständig. Von einem Spieler mit dieser Vergangenheit wird nicht nur erwartet, dass er einzelne starke Abende produziert.
Er soll um den Gesamtsieg spielen.
2026 gelang das nicht.
Auch bei den großen Ranglistenturnieren fehlen die Ergebnisse
Van der Voorts Kritik richtet sich deshalb nicht nur auf die Premier League selbst.
Van Gerwen erlebt insgesamt eine schwierige Saison.
Beim World Grand Prix schied er direkt zum Auftakt gegen Ryan Joyce aus. Auch bei anderen großen Ranglistenturnieren blieb der lange Lauf häufig aus.
In der PDC Weltrangliste steht er derzeit zwar noch in den oberen zehn Positionen, doch ein großer Teil seines Preisgeldes stammt aus älteren Ergebnissen. In der virtuellen Rangliste nach der kommenden Weltmeisterschaft droht deshalb ein deutlicher Absturz.
Das macht die kommenden Monate besonders wichtig.
Van Gerwen muss wieder regelmäßig große Ranglistenbeträge gewinnen, wenn er seine Position in der Weltspitze stabilisieren will.
Eine Pause von der Premier League könnte sogar helfen
Genau deshalb hält Van der Voort eine Saison ohne Premier League nicht zwingend für etwas Negatives.
Der Wettbewerb läuft über viele Wochen und verlangt jeden Donnerstag Reisen, Vorbereitung und ein Spiel gegen die besten Profis der Welt.
Für die Rangliste bringt das allerdings nichts.
Preisgeld aus der Premier League Darts zählt nicht für die PDC Order of Merit.
Van Gerwen selbst hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass ihm Ranglistenturniere besonders wichtig sind. Würde er 2027 nicht in der Premier League spielen, könnte er seinen Kalender anders gestalten und sich stärker auf ProTour, European Tour und die großen Ranglistenturniere konzentrieren.
Gerade in seiner aktuellen Situation könnte das sportlich sinnvoll sein.
Der Name Van Gerwen bleibt trotzdem ein starkes Argument
So einfach ist die Entscheidung allerdings nicht.
Die Premier League besteht nicht ausschließlich aus den acht Spielern mit den besten Ergebnissen der vergangenen Monate.
Auch Bekanntheit, Zugkraft beim Publikum und die Fähigkeit, große Hallen zu füllen, spielen eine Rolle.
Und in dieser Hinsicht ist Michael van Gerwen weiterhin einer der wichtigsten Namen im gesamten Darts-Sport.
Kaum ein Spieler außerhalb von Luke Littler und Luke Humphries besitzt eine ähnliche internationale Bekanntheit.
Ein Premier-League-Feld ohne Van Gerwen wäre deshalb allein aus Sicht des Publikums ungewöhnlich.
Die Konkurrenz um die Plätze wird immer größer
Hinzu kommt, dass die Konkurrenz für 2027 ausgesprochen stark aussieht.
Luke Littler und Luke Humphries dürften bei normalem Saisonverlauf kaum wegzudenken sein. Gian van Veen gehört inzwischen zur unmittelbaren Weltspitze. Gerwyn Price erreicht regelmäßig große Endspiele.
Auch James Wade hat mit seinen Leistungen 2026 ein starkes Argument für eine Rückkehr geliefert.
Dazu kommen Jonny Clayton, Nathan Aspinall, Stephen Bunting, Josh Rock und weitere Spieler, die ebenfalls auf einen Platz hoffen.
Damit wird jede Einladung schwieriger zu begründen.
Wenn Van Gerwen allein wegen seines Namens dabei wäre, während ein sportlich stärkeres Jahr eines anderen Profis nicht belohnt würde, dürfte die Diskussion entsprechend groß werden.
Die nächsten Turniere können alles verändern
Noch ist die Entscheidung für die Premier League Darts 2027 weit entfernt.
Bis dahin stehen mehrere wichtige Turniere an, darunter die Europameisterschaft, der Grand Slam, die Players Championship Finals und vor allem die Darts WM.
Ein großer Titel könnte die gesamte Diskussion innerhalb weniger Wochen beenden.
Genau deshalb ist Van der Voorts Aussage eher eine Momentaufnahme als ein endgültiges Urteil.
Michael van Gerwen hat noch genügend Zeit, seine sportlichen Argumente zu verbessern.
Doch erstmals seit langer Zeit scheint eines nicht mehr selbstverständlich zu sein:
Der siebenmalige Premier-League-Sieger muss sich seinen Platz für die nächste Saison wieder verdienen.








