Michael Smith: Haben Verletzungen seinen Wurf verändert?

Michael Smith sorgt sich um seine Wurftechnik: Haben Verletzungen seinen Wurf verändert?
Michael Smith kämpft nicht nur mit schwankenden Ergebnissen, sondern offenbar auch mit Zweifeln an seiner eigenen Wurftechnik. Der Darts Weltmeister von 2023 befürchtet, dass seine langwierigen Verletzungen die gewohnte Bewegung seines Wurfarms verändert haben könnten. Auch PDC-Kommentator Dan Dawson hat bei der Swiss Darts Trophy 2026 eine mögliche Veränderung festgestellt.
Für den 36-jährigen Engländer wäre das eine weitere Herausforderung auf dem Weg zurück zur Weltspitze. Nach Problemen mit den Handgelenken und einer Schulterverletzung versucht Smith seit Monaten, wieder an seine frühere Form anzuknüpfen. In der PDC Weltrangliste ist „Bully Boy“ inzwischen auf Platz 36 zurückgefallen.
Michael Smith bemerkt mögliche Veränderungen beim Werfen
Während der Swiss Darts Trophy in Basel wurde die Wurftechnik des ehemaligen Weltmeisters zum Gesprächsthema.
PDC-Kommentator Dan Dawson berichtete während der Übertragung, dass Smith selbst Zweifel an seiner gewohnten Wurfbewegung geäußert habe.
Demnach befürchtet der Engländer, dass sich seine Technik durch die anhaltenden körperlichen Beschwerden unbewusst verändert haben könnte.
Dawson fiel insbesondere die Position des Ellenbogens auf. Smith scheint seinen Wurf inzwischen aus einer etwas tieferen Ausgangsposition zu beginnen.
Der Unterschied ist auf den ersten Blick gering. Im professionellen Darts können jedoch bereits minimale Veränderungen des Bewegungsablaufs Auswirkungen auf die Präzision haben.
Dawson verglich Smiths aktuellen Wurf deshalb mit seiner Technik aus dem Jahr 2023, als er die Weltmeisterschaft gewann.
Damals habe der Engländer seinen Wurfarm möglicherweise etwas höher gehalten.
Ob tatsächlich eine dauerhafte Veränderung vorliegt, konnte der Kommentator allerdings nicht bestätigen.
Arthritis und Schulterverletzung belasten den ehemaligen Weltmeister
Die körperlichen Probleme begleiten Michael Smith bereits seit längerer Zeit.
Der Engländer leidet unter chronischer Arthritis in seiner rechten Wurfhand und beiden Handgelenken. Die Beschwerden stehen im Zusammenhang mit Knochenbrüchen, die er sich im Alter von 19 Jahren zuzog.
Hinzu kam eine Verletzung am Schultereckgelenk.
Smith erlitt eine Verletzung zweiten Grades am sogenannten AC-Gelenk. Die Schulterprobleme entstanden nach einem Motorrollerunfall und einem weiteren Sturz beim Spielen mit seinen Kindern.
Seitdem gehören medizinische Untersuchungen, Behandlungen und der Umgang mit Schmerzen zu seinem Alltag.
Für einen professionellen Dartspieler sind solche Beschwerden besonders problematisch. Beim Werfen müssen Schulter, Ellenbogen und Handgelenk präzise zusammenarbeiten.
Wenn einzelne Bewegungen Schmerzen verursachen, kann sich der Körper unbewusst anpassen.
Ob genau das bei Smith geschehen ist, bleibt bislang offen.
Dan Dawson zieht Vergleich zu Michael van Gerwen
Auch der frühere Weltranglistenerste Michael van Gerwen wurde während der Übertragung als Beispiel genannt.
Co-Kommentator Dan McCarthy verwies darauf, dass sich die Wurftechnik des Niederländers im Laufe seiner Karriere deutlich verändert habe.
Van Gerwen hatte ebenfalls mit Problemen am Handgelenk zu kämpfen.
Seine heutige Wurfbewegung unterscheidet sich sichtbar von der Technik, mit der er vor rund zehn Jahren zahlreiche große Titel gewann.
Ein ähnlicher Prozess könnte nach Einschätzung der Kommentatoren auch bei Smith stattfinden.
Allerdings ist eine veränderte Wurftechnik nicht automatisch schlechter. Viele Spieler passen ihren Bewegungsablauf im Laufe ihrer Karriere an und bleiben trotzdem erfolgreich.
Entscheidend ist, ob Smith mit seiner aktuellen Bewegung wieder die notwendige Konstanz erreichen kann.
Swiss Darts Trophy 2026: Smith scheitert im Achtelfinale
Sportlich zeigte Michael Smith in Basel zumindest einige positive Ansätze.
Zum Auftakt besiegte er Rob Owen nach einem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand mit 6:4.
Anschließend gewann er auch gegen Jermaine Wattimena mit 6:4 und erreichte das Achtelfinale.
Dort musste er sich Dirk van Duijvenbode mit 3:6 geschlagen geben.
Seine Ergebnisse in Basel:
| Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Runde | Rob Owen | 6:4 |
| 2. Runde | Jermaine Wattimena | 6:4 |
| Achtelfinale | Dirk van Duijvenbode | 3:6 |
Die beiden Siege waren für Smith wichtig, weil er 2026 nur selten auf der European Tour angetreten war.
Gegen Van Duijvenbode fehlte allerdings erneut die Konstanz, die ihn während seiner erfolgreichsten Jahre ausgezeichnet hatte.
Mit der Niederlage verpasste er einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines großen Turniererfolgs.
Von der Nummer eins auf Rang 36 der Darts Weltrangliste
Noch Anfang 2023 stand Michael Smith auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Mit seinem WM-Finalsieg gegen Michael van Gerwen sicherte er sich seinen ersten Weltmeistertitel und übernahm die Führung der PDC Order of Merit.
Damals gehörte sein schneller, flüssiger Wurf zu seinen größten Stärken.
Seitdem hat sich seine sportliche Situation deutlich verändert.
Wiederkehrende Verletzungen, verpasste Turniere und schwankende Leistungen führten dazu, dass er aus den Top 32 der Weltrangliste fiel.
In der Saison 2026 droht Smith zudem erstmals seit 2013 ein Jahr ohne Viertelfinalteilnahme bei einem großen PDC-Ranglistenmajor zu beenden.
Das verdeutlicht, wie schwierig die vergangenen Monate für den ehemaligen Weltmeister verlaufen sind.
Michael Smith will 2027 wieder alle PDC-Turniere spielen
Trotz seiner Probleme hat Smith den Glauben an eine erfolgreiche Rückkehr nicht verloren.
Bereits nach seinem Auftaktsieg bei der Swiss Darts Trophy kündigte er an, 2027 wieder einen vollständigen Turnierkalender absolvieren zu wollen.
Der Engländer möchte regelmäßig bei den Players Championship Turnieren und auf der European Tour antreten.
Mehr Spielpraxis könnte ihm helfen, seinen Rhythmus wiederzufinden und die Sicherheit auf den Doppelfeldern zu verbessern.
Zuvor muss allerdings geklärt werden, ob seine körperlichen Beschwerden tatsächlich eine Anpassung der Wurftechnik notwendig gemacht haben.
Die Beobachtungen von Dan Dawson liefern dafür einen möglichen Ansatz, aber noch keine endgültige Erklärung für Smiths Leistungsprobleme.
Für den Weltmeister von 2023 bleibt die zentrale Herausforderung, einen konstanten Wurf zu finden, mit dem er auch körperlich dauerhaft zurechtkommt.
Seine jüngsten Ergebnisse zeigen, dass er weiterhin gegen starke Gegner gewinnen kann. Ob der Engländer wieder regelmäßig um große Titel spielen wird, hängt jedoch auch davon ab, wie gut er seine Verletzungsprobleme in den Griff bekommt.








