James Wade: Paul Nicholson erklärt sein Comeback

James Wade: Paul Nicholson verrät das Geheimnis hinter seinem Comeback
James Wade gehört auch mit 43 Jahren zu den besten Dartspielern der Welt. Während viele seiner früheren Konkurrenten längst aus der Weltspitze verschwunden sind, erlebt der Engländer eine bemerkenswerte sportliche Renaissance. Der ehemalige PDC-Profi Paul Nicholson sieht den entscheidenden Grund dafür allerdings nicht in Wades Technik, sondern in seiner Familie.
Nach Ansicht des Australiers hat sich die Motivation von „The Machine“ im Laufe seiner Karriere grundlegend verändert. Statt persönlichem Luxus stehen heute seine Ehefrau Sammi Marsh und die beiden gemeinsamen Söhne im Mittelpunkt.
Paul Nicholson erklärt Wades neue Motivation
James Wade hat im professionellen Darts nahezu alles erlebt. Bereits 2007 gewann er das World Matchplay und den World Grand Prix. Seitdem sammelte der Linkshänder zahlreiche weitere Titel und etablierte sich als einer der erfolgreichsten Spieler der PDC-Geschichte.
Doch laut Nicholson waren seine Beweggründe früher andere.
In seiner Analyse für Sporting Life erinnerte sich der ehemalige Profi daran, dass Wade in jungen Jahren besonders von teuren Autos und Luxusartikeln begeistert gewesen sei. Wenn er sich einen neuen BMW oder Bentley gewünscht habe, habe ihn das zusätzlich angespornt.
Heute sehe die Situation anders aus.
Er möchte für seine Jungs sorgen und sicherstellen, dass seine Familie sich finanziell keine Sorgen machen muss, erklärte Nicholson sinngemäß.
Diese Verantwortung sei möglicherweise die stärkste Motivation, die Wade während seiner gesamten Karriere gehabt habe.
Vom 19. Weltranglistenplatz zurück in die Elite
Dass James Wade heute wieder zu den gefährlichsten Spielern der Welt gehört, war keineswegs selbstverständlich.
Zwischenzeitlich fiel der Engländer bis auf Platz 19 der PDC-Weltrangliste zurück. Seine Leistungen schwankten und es schien fraglich, ob er noch einmal dauerhaft um die großen Titel kämpfen könnte.
Doch Wade arbeitete sich zurück.
In der Saison 2026 gewann er unter anderem die erste Players Championship des Jahres, das Australian Darts Masters und die Flanders Darts Trophy.
Auch beim World Grand Prix zeigte er seine Klasse. Erst im Halbfinale musste er sich dem späteren Turniersieger Luke Humphries mit 3:5 geschlagen geben.
Seine Bilanz unterstreicht die außergewöhnliche Beständigkeit:
| Karrierebilanz | James Wade |
|---|---|
| Alter | 43 Jahre |
| Erster großer PDC-Titel | World Matchplay 2007 |
| Major-Titel | 11 |
| PDC-Titel insgesamt | 42 |
| World Grand Prix 2026 | Halbfinale |
Nicholson hält diese Rückkehr für eine der beeindruckendsten Entwicklungen der vergangenen Jahre.
Familie statt Luxus: Was sich bei James Wade verändert hat
Der ehemalige Profi ist überzeugt, dass Wades Privatleben einen entscheidenden Anteil an seiner sportlichen Entwicklung hat.
Eine lange Darts-Karriere bedeutet zahlreiche Reisen, viele Wochenenden fern von zu Hause und einen enormen mentalen Aufwand.
Wer ausschließlich für persönliche Erfolge spielt, könne irgendwann die Motivation verlieren, glaubt Nicholson.
Bei Wade sei das anders geworden.
Wenn er nach einem Turnier nach Hause zurückkehre und seine Familie sehe, werde ihm bewusst, weshalb er weiterhin so viel Zeit und Energie investiere.
Diese Perspektive helfe ihm auch dabei, schwierige Phasen zu überstehen.
Nicholson geht sogar davon aus, dass Wade ohne diese familiäre Motivation möglicherweise nicht noch einmal so erfolgreich in die Weltspitze zurückgekehrt wäre.
Auch Wades mentale Stärke spielt eine Rolle
Neben seiner familiären Situation beschäftigt sich Nicholson mit einer weiteren Besonderheit des Engländers.
James Wade hat in der Vergangenheit offen über seine ADHS-Diagnose und seine bipolare Erkrankung gesprochen.
Nicholson sieht insbesondere in der Fähigkeit zur intensiven Konzentration einen möglichen sportlichen Vorteil.
Beim Darts geht es darum, über längere Zeit dieselben Bewegungen möglichst präzise zu wiederholen. Dabei können mentale Fokussierung und die Fähigkeit, störende Einflüsse auszublenden, eine wichtige Rolle spielen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass neurodivergente Menschen grundsätzlich bessere Dartspieler sind. Nicholson betrachtet Wades individuelle Eigenschaften vielmehr als möglichen Teil seines persönlichen Erfolgsrezepts.
Kann James Wade noch einmal Weltmeister werden?
Trotz seiner zahlreichen Erfolge fehlt James Wade weiterhin der wichtigste Titel im professionellen Darts: die PDC-Weltmeisterschaft.
Seine aktuelle Form zeigt jedoch, dass er auch gegen die jüngere Generation bestehen kann.
Spieler wie Luke Littler, Luke Humphries und Gian van Veen stehen für die neue Ära des Darts-Sports. Wade gehört dagegen zu den wenigen Profis, die bereits vor fast zwei Jahrzehnten große Titel gewonnen haben und noch immer regelmäßig um Turniersiege kämpfen.
Seine Stärken liegen weiterhin im präzisen Timing, in seiner Erfahrung und besonders auf den Doppelfeldern.
Mit Blick auf die kommenden großen Turniere bleibt „The Machine“ deshalb ein ernst zu nehmender Gegner.
Für Paul Nicholson ist Wades Rückkehr in die Weltspitze vor allem eine Geschichte über veränderte Prioritäten. Der Engländer spielt heute nicht mehr nur für Pokale und persönliche Anerkennung, sondern für die Zukunft seiner Familie. Und genau das könnte erklären, weshalb seine außergewöhnliche Karriere noch lange nicht beendet ist.








