Scott Williams erklärt Ausraster nach PC30-Finale

Scott Williams erklärt Ausraster nach PC30-Finale: Entschuldigung bei Sedlacek angekündigt
Scott Williams hat sich zu seinem emotionalen Ausraster nach dem Finale von Players Championship 30 geäußert. Der Engländer verlor in Den Bosch ein dramatisches Endspiel mit 7:8 gegen Karel Sedlacek und warf anschließend seine Darts frustriert auf den Boden.
Die Szene sorgte schnell für Diskussionen. Williams stellte nun klar, dass seine Reaktion nicht gegen Sedlacek gerichtet gewesen sei. Der Ärger habe ausschließlich ihm selbst gegolten.
Williams ärgert sich über verpasste Chancen
Das Finale hätte für Scott Williams kaum enger laufen können.
Sedlacek führte zwischenzeitlich mit 7:5 und bekam mehrere Möglichkeiten, das Match zu beenden. Williams kämpfte sich jedoch zurück und erzwang beim 7:7 den Decider.
Dort setzte sich schließlich Sedlacek durch und schrieb mit seinem ersten PDC Ranking Titel tschechische Darts Geschichte.
Für Williams blieb dagegen vor allem Frust.
Nach dem letzten Dart warf er sein Spielgerät auf den Boden. Eine Reaktion, die einige Beobachter als unsportlich gegenüber dem neuen Champion interpretierten.
„Ich war wirklich wütend“
Williams widersprach dieser Interpretation später deutlich.
Er gratulierte Sedlacek zum Sieg und betonte, dass sein Ärger nichts mit seinem Gegner zu tun gehabt habe. Er sei vielmehr enttäuscht über seine eigenen Fehler gewesen.
Besonders die vergebenen Chancen auf den Doppeln und Fehler bei großen Zahlen hätten ihn geärgert.
Williams kündigte zudem an, beim nächsten persönlichen Treffen mit Sedlacek noch einmal über die Situation zu sprechen und sich für den Eindruck zu entschuldigen, den seine Reaktion hinterlassen haben könnte.
5.000 Pfund Unterschied machen viel aus
Hinter Williams’ Enttäuschung steckt auch eine sportlich wichtige Rechnung.
Als Finalist erhielt er bei Players Championship 30 10.000 Pfund Preisgeld. Der Turniersieg hätte ihm 15.000 Pfund eingebracht.
Diese zusätzlichen 5.000 Pfund hätten für Williams aktuell einen großen Wert. Der Engländer kämpft in mehreren Ranglisten um wichtige Positionen und benötigt weiterhin gutes Ranking Preisgeld, um sich für kommende große Turniere zu qualifizieren und seine Position auf der PDC Tour abzusichern.
Deshalb war das verlorene Finale für ihn mehr als nur eine verpasste Trophäe.
Williams zeigt wieder deutlich bessere Form
Sportlich war der Tag in Den Bosch trotzdem ein wichtiges Signal.
Williams spielte sich bis ins Finale und schlug auf seinem Weg unter anderem Michael van Gerwen mit 6:2. Im Halbfinale setzte er sich mit 7:4 gegen Jermaine Wattimena durch.
Gerade nach einer schwierigen Phase mit Problemen am Wurf war dieser Run besonders wertvoll.
Williams hatte in den vergangenen Monaten offen darüber gesprochen, wie sehr ihn seine Formschwankungen beschäftigt haben. Umso wichtiger ist es für ihn, wieder regelmäßig mehrere Matches an einem Tag zu gewinnen.
Das Finale von PC30 war deshalb trotz der Niederlage ein Schritt in die richtige Richtung.
Sedlacek und Williams gehen mit unterschiedlichen Gefühlen aus Den Bosch
Für Karel Sedlacek endete der Tag mit dem größten Erfolg seiner PDC Karriere. Für Williams blieb dagegen das Gefühl, dass noch mehr möglich gewesen wäre.
Genau daraus entstand offenbar die emotionale Reaktion unmittelbar nach dem Finale.
Williams hat inzwischen jedoch deutlich gemacht, dass er Sedlaceks Erfolg respektiert und seine Wut nicht gegen den Tschechen gerichtet war.
Damit dürfte die sportliche Geschichte hinter dem Vorfall wichtiger sein als die kurze Szene nach dem letzten Dart.
Für Darts heute bleibt vor allem ein interessantes Bild: Scott Williams ist wieder in der Lage, auf der ProTour um Titel zu spielen. Jetzt muss er aus einem starken Finaltag wieder Konstanz machen.








