Michael van Gerwen erlebt historisches Tief auf der European Tour

Michael van Gerwen mit historischem Tief: Vier Auftaktniederlagen auf der European Tour
Für Michael van Gerwen entwickelt sich die Saison 2026 auf der European Tour zu einem historischen Tiefpunkt. Nach dem 4:6 gegen Mensur Suljovic bei der Swiss Darts Trophy ist der Niederländer bereits zum vierten Mal in diesem Jahr in seinem ersten Spiel eines European-Tour-Turniers ausgeschieden.
Das hat es bei Van Gerwen seit Einführung der Turnierserie im Jahr 2012 noch nie gegeben.
Noch auffälliger: Der dreimalige Weltmeister wartet 2026 weiterhin auf seinen ersten Titel auf der European Tour. Für einen Spieler, der diese Turnierserie über Jahre geprägt und dominiert hat, ist das eine ungewöhnliche Situation.
Nun bleibt nur noch eine Gelegenheit, diese Bilanz zu verbessern: die Dutch Darts Championship in Maastricht.
Suljovic wird erneut zum Problem für Van Gerwen
In Basel traf Michael van Gerwen als gesetzter Spieler direkt in der zweiten Runde auf Mensur Suljovic.
Der Österreicher hatte zuvor György Jehirszki mit 6:3 ausgeschaltet und ging mit Selbstvertrauen in das Duell.
Das war schnell zu sehen.
Suljovic holte sich das erste Leg und legte anschließend ein starkes 138er-Finish zum 2:0 nach. Van Gerwen reagierte und kämpfte sich zwischenzeitlich auf 2:2 zurück.
Danach übernahm Suljovic erneut die Kontrolle.
Der Österreicher zog bis auf 5:2 davon und stand unmittelbar vor dem Sieg.
Van Gerwen gab sich noch nicht geschlagen. Er gewann zwei Legs in Folge und verkürzte auf 4:5.
Die Möglichkeit auf ein Entscheidungsleg war da.
Doch der Niederländer ließ seine Chancen auf den Doppelfeldern liegen. Suljovic nutzte die Gelegenheit und machte den 6:4-Erfolg perfekt.
Vierte Niederlage in Folge gegen Suljovic
Auch die direkte Bilanz zwischen beiden Spielern entwickelt sich für Van Gerwen zunehmend unangenehm.
Suljovic hat inzwischen vier direkte Duelle in Folge gegen den Niederländer gewonnen.
Das ist bemerkenswert, weil Van Gerwen den Österreicher über viele Jahre regelmäßig besiegt hatte.
Mittlerweile scheint Suljovics ungewöhnlicher Rhythmus dem dreimaligen Weltmeister deutlich mehr Probleme zu bereiten.
In Basel lagen beide beim Durchschnitt eng zusammen. Van Gerwen spielte rund 91 Punkte pro Aufnahme, Suljovic ebenfalls knapp darüber.
Den Unterschied machten diesmal die wichtigen Momente.
Suljovic traf unter Druck. Van Gerwen nicht.
Vier Auftaktniederlagen gab es für MVG noch nie
Die Niederlage wäre für sich genommen bereits enttäuschend.
Im Zusammenhang mit Van Gerwens kompletter European-Tour-Saison bekommt sie jedoch eine größere Bedeutung.
2026 verlor er bereits bei vier Veranstaltungen sein erstes Spiel:
European Darts Trophy
German Darts Grand Prix
Flanders Darts Trophy
Swiss Darts Trophy
Vier Auftaktniederlagen innerhalb einer einzigen European-Tour-Saison hatte Van Gerwen seit dem Start der Serie noch nie erlebt.
Gerade dieser Wert zeigt, wie ungewöhnlich sein Jahr tatsächlich ist.
Über viele Jahre war nicht die Frage, ob Van Gerwen auf der European Tour weit kommen würde.
Die Frage war eher, wie viele Titel er innerhalb einer Saison gewinnen könnte.
2026 sieht die Realität völlig anders aus.
Noch kein European-Tour-Titel im Jahr 2026
Besonders auffällig ist die fehlende Trophäe.
Van Gerwen hat auf der European Tour zahlreiche Turniere gewonnen und gehört zu den erfolgreichsten Spielern in der Geschichte dieser Serie.
In diesem Jahr wartet er jedoch weiterhin auf den ersten Titel.
Seine besten Ergebnisse waren bislang Halbfinalteilnahmen beim Belgian Darts Open und Czech Darts Open.
Für fast jeden anderen Profi wären zwei Halbfinals eine ordentliche Bilanz.
Bei Michael van Gerwen gelten andere Maßstäbe.
Seine Karriere wurde von Turniersiegen geprägt. Mehrere Monate ohne einen großen Erfolg fallen deshalb deutlich stärker auf.
Das Problem geht über die European Tour hinaus
Basel ist zudem kein isolierter Ausrutscher.
Van Gerwen verliert derzeit ungewöhnlich häufig früh.
Auch beim World Grand Prix war bereits nach dem ersten Spiel Schluss. In den vergangenen Wochen konnte er seine besten Leistungen nur noch unregelmäßig abrufen.
Phasen mit starkem Punkteschnitt wechseln sich mit Partien ab, in denen besonders die Doppel nicht zuverlässig genug fallen.
Für einen Spieler, der früher gerade in entscheidenden Situationen oft gnadenlos war, ist das ein auffälliger Unterschied.
Sein Grundniveau reicht weiterhin aus, um praktisch jeden Gegner zu schlagen.
Die Konstanz fehlt.
Weltrangliste erhöht den Druck zusätzlich
Die Entwicklung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Van Gerwen steht in der PDC Weltrangliste weiterhin in den oberen zehn Positionen, muss in den kommenden Monaten aber große ältere Preisgelder verteidigen.
Wir haben bereits gesehen, dass seine virtuelle Position nach dem Ausscheiden älterer Ergebnisse deutlich schlechter aussieht.
Deshalb wird jedes Ranglistenturnier wichtiger.
Frühe Niederlagen auf der European Tour kosten inzwischen nicht nur Titelchancen.
Sie verhindern auch, dass Van Gerwen neues Preisgeld sammelt, mit dem er seine Position langfristig absichern kann.
Maastricht ist die letzte Chance
Noch einmal bekommt Van Gerwen die Möglichkeit, seine European-Tour-Saison zu retten.
Vom 16. bis 18. Oktober findet in Maastricht die Dutch Darts Championship statt.
Es ist das letzte Turnier der European Tour 2026.
Für Van Gerwen ist es gleichzeitig ein Heimturnier.
Der Niederländer gehört zu den gesetzten Spielern und steigt erneut erst in der zweiten Runde ein.
Ein tiefer Lauf wäre aus mehreren Gründen wichtig.
Er könnte seine Ranglistenposition verbessern, mit einem guten Gefühl zur Europameisterschaft fahren und vor allem verhindern, dass seine European-Tour-Saison komplett ohne Titel endet.
Ist es nur eine schwache Phase?
Bei Michael van Gerwen entsteht bei jeder Niederlage schnell eine Grundsatzdiskussion.
Das liegt an seiner Vergangenheit.
Wer jahrelang praktisch jedes große Turnier gewinnen konnte, wird zwangsläufig an diesem Niveau gemessen.
Van Gerwen ist aber weiterhin erst 37 Jahre alt und besitzt genug Qualität, um große Titel zu gewinnen.
Das eigentliche Problem ist momentan nicht sein mögliches Höchstniveau.
Es ist die Häufigkeit, mit der er dieses Niveau erreicht.
Vier Auftaktniederlagen auf der Darts European Tour innerhalb einer Saison sind dafür das deutlichste Beispiel.
Basel hat diese Statistik endgültig historisch gemacht.
Jetzt bleibt Maastricht.
Dort bekommt Michael van Gerwen seine letzte Möglichkeit, aus einer ungewöhnlich schwachen European-Tour-Saison doch noch eine erfolgreiche Geschichte zu machen.








